Ein Garten macht viel Arbeit, sollte aber auch reichlich Zeit für Erholung bieten. Wer schon beim Bepflanzen aufpasst, der kann sich später viel Arbeit sparen – zum Beispiel mit pflegeleichten Pflanzen. Dann gibt es aber auch Hobbygärtner, die bewusst pflegeintensive Pflanzen anbauen möchten, einfach, weil die Arbeit Spaß macht. Egal, ob Sie gezielt nach Pflanzen suchen, die viel Pflege benötigen oder diese meiden wollen, wir haben hier 10 Gartenpflanzen für Sie, bei denen Sie um die Pflege nicht herumkommen.
Edelrosen – üppige Blütenpracht
Edelrosen gehören zu den schönsten, aber auch zu den anspruchvollsten Gartenpflanzen. Wer sie richtig pflegt, der wird sich über außergewöhnliche Blüten freuen können. Nicht geeignet sind Edelrosen für Menschen mit wenig Zeit, für Anfänger, die noch wenig Erfahrung mit Schnitt und Schädlingskontrolle haben, für Gärten, die sich in einem raueren Klima befinden und für Gärten mit schlechter Erde (zu schwer, Ton- oder Lehmboden, verdichtet, nass).
Darum sind Edelrosen besonders pflegeintensiv:
- Krankheiten: Edelrosen sind vor allem bei feuchtem Wetter sehr anfällig für Krankheiten wie Sternrußtau, Echten Mehltau und Rosenrost. Brauchen jährlich oft mehrmals Pflanzenschutzmaßnahmen.
- Schnitt: Im Frühling müssen Edelrosen geschnitten werden – das ist entscheidend für Gesundheit, Form und Blüte. Zusätzlich sollten sie nach der ersten Blüte zurückgeschnitten werden, damit eine zweite Blüte angeregt wird.
- Düngung: Edelrosen gehören zu den Starkzehrern, sie brauchen pro Saison 2 bis 3 Düngergaben (im Frühling, nach der ersten Blüte und im Sommer).
- Standort: Kein Schatten, keine Hitze, kein schwerer und kein kalkhaltiger Boden, keine Staunässe – stattdessen brauchen Edelrosen Sonne, einen luftigen Platz und einen lockeren, humosen Boden.
- Gießen: Es ist wichtig, dass Sie für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit sorgen. Staunässe ist genauso schädlich, wie Trockenheit.
- Ausputzen: Verblühtes sollte regelmäßig abgeschnitten werden. Nicht nur, um eine zweite Blüte zu fördern, sondern auch, um der Pflanze Kraft zu geben.
- Veredelungsstelle: Diese ist vor allem im Winter sehr empfindlich und muss zwingend vor Kälte geschützt werden. Dazu wird Erde angehäufelt oder die Veredelungsstelle abgedeckt.
Pflegeübersicht für Edelrosen
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Hoch | Sonnig, durchlüftet, keine Staunässe |
| Gießen | Mittel | Gleichmäßig, direkt am Boden, nicht über die Blätter |
| Düngen | Hoch | Spezieller Rosendünger, 2-3 Mal im Jahr |
| Schnitt | Hoch | Jährlich im Frühling und dann fortlaufend |
| Pflanzenschutz | Hoch | Pilzschutz ist oft nötig |
| Bodenpflege | Mittel | Humusreich, durchlässig, pH-Wet zwischen 6,0 und 7,0 |
| Winterschutz | Hoch | Veredelungsstelle muss geschützt werden |
Engelstrompeten – imposante Schönheiten
Engelstrompeten beeindrucken mit ihren riesigen, duftenden Blüten – aber das hat seinen Preis, denn sie sind in Sachen Pflege, Standort und Nährstoffversorgung sehr anspruchsvoll. Nicht geeignet sind Engelstrompeten für Menschen mit wenig Zeit oder einer unregelmäßigen Pflegegewohnheit, für Gärtner, denen keine frostfreie Überwinterung zur Verfügung steht, für Haushalte mit kleinen Kindern oder Haustieren (Vergiftungsgefahr) und für Menschen, die keine Lust auf tägliches Gießen bzw. regelmäßiges Düngen haben.
Darum sind Engelstrompeten besonders pflegeintensiv:
- Nährstoffe: Engelstrompeten sind Starkzehrer und benötigen etwa einmal wöchentlich einen Dünger mit viel Stickstoff – geben Sie diesen in der Hauptwachstumszeit zwischen Mai und September.
- Gießen: Engelstrompeten haben einen sehr hohen Wasserbedarf (nicht nur, weil sie im Topf gehalten werden) und müssen täglich gegossen werden – im Sommer sogar mehrmals am Tag. Bei Trockenheit wirft die Pflanze sofort ihre Blätter ab.
- Kälte: Da Engelstrompeten nicht winterhart sind, müssen sie zwingend frostfrei überwintern. Entweder in einem kühlen, hellen Raum oder dunkel, dann wirft die Pflanze das Laub ab.
- Toxizität: Die Pflanze ist stark giftig und kann bereits bei Hautkontakt reizend sein. Arbeiten Sie daher immer mit Handschuhen und halten Sie Kinder und Haustiere fern.
- Schnitt: Ein regelmäßiger Rückschnitt wird angeraten, um die Blühfreude zu fördern – sie blüht allerdings nur an verzweigten Trieben. Nach der Überwinterung ist ein kräftiger Rückschnitt nötig.
- Schädlinge: Vor allem im Winterquartier kann die Engelstrompete von allerlei Schädlingen befallen werden, darunter Spinnmilben, Weiße Fliegen und Blattläuse. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls Behandlung ist daher wichtig.
- Umtopfen: Engelstrompeten sollten einmal im Jahr umgetopft werden bzw. frische Erde erhalten.
Pflegeübersicht für Engelstrompeten
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Hoch | Sonnig, windgeschützt, warm |
| Gießen | Sehr hoch | Täglich, oftmals auch mehrfach |
| Düngen | Sehr hoch | Einmal pro Woche in der Hauptsaison |
| Schnitt | Hoch | Rückschnitt nach dem Winter, Formschnitt im Sommer |
| Winterschutz | Sehr hoch | Frostfrei überwintern, Standortwechsel nötig |
| Schädlingskontrolle | Hoch | Besonders im Winterquartier |
| Umtopfen | Mittel | Einmal im Jahr sinnvoll |
| Sicherheit | Hoch | Ist in allen Pflanzenteilen giftig |
Kamelien – elegante Winterblüher
Wenn eine Pflanze als Diva bezeichnet wird, dann kann man sich schon ausmalen, dass sie sehr spezielle Ansprüche stellt. So ist das mit den winterblühenden Kamelien, die elegante Blüten hervorbringen, aber eben auch viel Pflege benötigen. Nicht geeignet sind Kamelien für Gärtner, die ausschließlich kalkhaltiges Leitungswasser zur Verfügung haben, die wenig Zeit für regelmäßige Gießgaben haben, für Gärten, die in Gegenden mit strengen Wintern liegen und für Balkon- und Terrassenbesitzer, deren Freisitz Richtung Süden liegt (zu heiß und zu trocken).
Darum sind Kamelien besonders pflegeintensiv:
- Kalk: Kamelien brauchen zwingend einen sauren Boden, der pH-Wert sollte zwischen 5,0 und 6,0 liegen. Kalk schadet den Pflanzen, daher sollte nur entkalktes Wasser oder Regenwasser gegeben werden.
- Gießen: Kamelien benötigen gleichmäßige Feuchtigkeit, vertragen keine Trockenheit, aber auch keine Staunässe. Besonders im Kübel ist ein kontrolliertes Gießen entscheidend für die Gesundheit.
- Winterschutz: Junge Pflanzen und empfindliche Sorten müssen im Winter geschützt werden. Gerade Topfpflanzen benötigen einen Frostschutz oder sollten in ein kühles Winterquartier gebracht werden.
- Temperaturen: Kamelien blühen im Winter, reagieren aber empfindlich auf Temperaturwechsel. Das heißt: Gibt es einen plötzlichen Frost-Tau-Wechsel, können die Knospen abgeworfen werden. Auch ein falscher Standort kann zu Blütenschäden durch gefrorene Knospen führen, etwa, wenn die Pflanze viel Morgensonne erhält.
- Standort: Kamelien sollten hell stehen, aber nicht direkt in der Sonne. Zu trockene Luft kann zu Knospenfall führen.
- Topfkultur: Gerade im Topf braucht es eine spezielle Kamelienerde. Außerdem sollten Sie die Blumen regelmäßig düngen und umtopfen.
Pflegeübersicht für Kamelien
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Hoch | Halbschattig, windgeschützt, keine Morgensonne |
| Gießen | Hoch | Regenwasser, gleichmäßig feucht halten, keine Staunässe |
| Düngen | Mittel bis hoch | Von April bis Juli mit Rhododendrondünger |
| Winterschutz | Hoch | Abdecken, gegebenenfalls in einem frostfreien Raum überwintern |
| Bodenanspruch | Hoch | Saurer Boden, humos und durchlässig |
| Schnitt | Gering | Wächst langsam, bei Bedarf Formschnitt nach der Blüte |
| Schädlingskontrolle | Mittel | Gelegentlich treten Blattläuse auf, Knospenfall durch Stress |
| Umtopfen | Mittel | Alle 2 bis 3 Jahre in Spezialerde |
Gartenorchideen – zarte Pflanzen fürs Blumenbeet
Orchideen sind schon als Zimmerpflanze relativ pflegeintensiv – als Gartenorchidee stehen sie dem in nichts nach. Sie gehören zu den anspruchsvollsten Gartenpflanzen, besonders in Hinblick auf Standort, Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit. Nicht geeignet sind Gartenorchideen für Gärten mit schweren oder trockenen Böden, für Anfänger, die wenig Erfahrung mit Orchideen haben, für Menschen, die keine Möglichkeit haben, den Boden anzupassen (Humus, Drainage, pH-Wert), für Gärtner, die auf schnellen Blütenerfolg setzen und für Familiengärten mit spielenden Kindern – Orchideen sind nicht trittfest.
Darum sind Orchideen besonders pflegeintensiv:
- Bodenverhältnisse: Hier haben Gartenorchideen einen sehr hohen Anspruch. Der Boden muss durchlässig, humos und dauerhaft feucht (aber nicht nass) sein. Die empfindlichen Wurzeln verfaulen bei zu viel Nässe und vertrocknen, wenn der Boden nicht feucht gehalten wird – dies ist besonders im Frühling zur Austriebszeit und während der Blüte wichtig. Der pH-Wert richtet sich nach der Sorte, viele Arten brauchen einen kalkarmen oder sogar sauren Boden. Ein No-Go sind verdichtete und lehmige Böden.
- Standort: Gartenorchideen mögen es halbschattig bis schattig, direkt Mittagssonne ist tabu. Sie sollten außerdem windgeschützt stehen und ein möglichst gleichmäßiges Mikroklima bekommen.
- Rückschnitt: Orchideen für den Garten brauchen in der Regel keinen Rückschnitt, entfernt werden nur Pflanzenteile, die komplett eingezogen sind.
- Umpflanzen: Ein Tabuthema, denn das vertragen Gartenorchideen gar nicht.
- Pflanzpartner und Pilzsymbiosen: Manche Arten, wie die Frauenschuh-Orchideen, wachsen besser, wenn sie spezielle Begleitpflanzen haben. Dazu gehören etwa Leberblümchen, Schildfarn, Akelei, Primeln oder Maiglöckchen. Bei manchen Wildarten ist eine Mykorrhiza-Abhängigkeit bekannt, das heißt, sie gedeihen nur mit bestimmten Bodenpilzen.
Pflegeübersicht für Garten-Orchideen
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Hoch | Halbschattig bis schattig, geschützt, keine Mittagssonne |
| Gießen | Hoch | Boden konstant feucht halten, mit Regenwasser gießen |
| Düngen | Gering bis mittel | Im Frühling einen schwach organischen Dünger geben |
| Bodenanspruch | Sehr hoch | Humos, locker, kalkarm, oder sauer |
| Schnitt | Gering | Nur abgestorbene Pflanzenteile entfernen |
| Winterschutz | Mittel | Mulchen ist sinnvoll, vor allem bei jungen Pflanzen |
| Umpflanzen | Sehr hoch | Möglichst vermeiden |
| Schädlingskontrolle | Gering | Schnecken sind möglich, sonst gibt es kaum Probleme |
Zitruspflanzen – mediterranes Feeling im Garten
Ob Zitronenbaum, Orangenbaum, Kumquat, Mandarine oder auch Limette – diese Pflanzen sind echte Highlights auf Balkon, Terrasse und im Garten. Die Exoten werden im Kübel gehalten und haben aufgrund ihrer Herkunft hohe Anforderungen. Nicht geeignet sind Zitruspflanzen für Menschen, die kein Winterquartier zur Verfügung stellen können, für Gärtner, denen nur hartes und kalkhaltiges Wasser zur Verfügung steht, für Menschen mit wenig Zeit für Pflegemaßnahmen und für Personen, die nicht flexibel auf den Standortwechsel im Frühling und Herbst reagieren können.
Darum sind Zitruspflanzen besonders pflegeintensiv:
- Temperaturen: Zitruspflanzen können bei uns nur im Topf gehalten werden, da bereits bei Temperaturen unter +5 Grad Schäden an Blättern und Wurzeln entstehen können.
- Standort: Die Pflanzen brauchen volle Sonne, müssen aber vor kalten Winden geschützt werden. Ein Standortwechsel, insbesondere im Frühling und Herbst, kann zu Blattfall führen. Daher langsam an den neuen Standort akklimatisieren.
- Kalk: Zitruspflanzen brauchen kalkarmes Wasser, ideal ist entkalktes Leitungswasser oder Regenwasser. Zu viel Kalk führt zu Chlorose, dadurch werden die Blätter gelb.
- Düngen: Zitruspflanzen haben einen hohen Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, Eisen und Magnesium. Es sind spezielle NPK-Dünger nötig, die von April bis September alle 1 bis 2 Wochen gegeben werden müssen.
- Schädlinge: Vor allem im Winterquartier sind Spinnmilben, Schildläuse, Wollläuse oder Blattläuse typische Plagegeister. Trockene Heizungsluft und Lichtmangel fördern den Befall zusätzlich.
- Gießen: Es muss eine gleichmäßige Feuchtigkeit beibehalten werden, allerdings ohne Staunässe. Bei Trockenstress kann es zu Blattfall kommen, bei zu viel Wasser zu Wurzelfäule.
- Umtopfen: Da Zitruspflanzen im Topf oder Kübel gehalten werden, müssen diese alle 2 bis 3 Jahre in frische Erde gesetzt werden. Das spezielle Substrat sollte durchlässig, leicht sauer und strukturstabil sein.
Pflegeübersicht für Zitruspflanzen
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Hoch | Vollsonnig, geschützt, Standortwechsel schrittweise durchführen |
| Gießen | Hoch | Gelichmäßig, kalkfrei, keine Staunässe |
| Düngen | Hoch | Alle 1 bis 2 Wochen im Sommer mit Zitrusdünger |
| Winterschutz | Sehr hoch | Hell, frostfrei (5 bis 10 Grad), bei Bedarf Zusatzlicht verwenden |
| Bodenanspruch | Hoch | Locker, leicht sauer, strukturstabil |
| Schnitt | Mittel | Formschnitt nach der Blüte, Licht im Innern nötig |
| Schädlingskontrolle | Hoch | Besonders im Winter regelmäßig kontrollieren |
| Umtopfen | Mittel | Alle 2 bis 3 Jahre mit Spezialerde |
Clematis – großblumige Kletterpflanze
Clematis, auch Waldrebe genannt, ist ein wahrer Kletterkünstler und wird gerne als schnellwachsender Sichtschutz mit atemberaubenden Blüten in den Garten geholt. Aber auch im Topf sind Clematis gerne gesehen. Doch die Blütenpracht gelingt nur bei kontinuierlicher, standortgerechter und gezielter Pflege. Nicht geeignet sind Clematis für Gärtner, die keinen regelmäßigen oder differenzierten Schnitt durchführen möchten, für Gärten mit lehmigem, schlecht drainiertem oder sehr trockenem Boden, für Gartenanfänger ohne Erfahrung mit den Schnittgruppen und mit Pilzkrankheiten und für schattige Gärten.
Darum sind Clematis besonders pflegeintensiv:
- Schnitt: Clematis werden in drei Schnittgruppen eingeteilt – jede hat einen anderen Schnittzeitpunkt und Schnitttyp. Ein falscher Schnitt bedeutet weniger oder gar keine Blüten.
- Krankheiten: Die Kletterpflanzen sind besonders anfällig für die Clematiswelke. Die Pilzkrankheit befällt besonders großblumige Hybriden, ein Befall sorgt für ein plötzliches Welken ganzer Triebe. Als Vorbeugung sind richtige Sortenwahl, richtige Standortwahl und richtige Hygiene entscheidend.
- Empfindliche Wurzeln: Ganz besonders der Wurzelfuß ist empfindlich und muss beschattet werden, ganz nach dem Motto „Kopf in die Sonne, Füße im Schatten“.
- Düngen: Clematis brauchen viele Nährstoffe, vor allem im Frühling und Sommer. Eine regelmäßige Düngung ist daher wichtig – ganz besonders dann, wenn sie im Topf gehalten wird.
- Kletterhilfe: Clematis ranken nach oben, brauchen aber eine Kletterhilfe. Das können Spaliere, ein Zaun oder auch Drähte sein. Die Pflanze hat, im Gegensatz zu Efeu, keine Haftorgane.
- Gießen: Die Kletterpflanzen mögen einen gleichmäßig feuchten Boden. Bei zu trockenem Boden kümmern Blüten und Blätter, bei zu nassem Boden kann es zu Wurzelfäule kommen.
- Sorten: Großblumige Hybriden sind pflegeintensiver und krankheitsanfälliger, deutlich robuster sind Wildarten.
Pflegeübersicht für Clematis
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Hoch | Sonnig bis halbschattig, windgeschützt, Fuß im Schatten |
| Gießen | Mittel bis hoch | Regelmäßig gießen, keine Staunässe, Wurzelzone schattieren |
| Düngen | Mittel | 2 Mal im Jahr mit einem Blühpflanzen- oder Kompostdünger |
| Schnitt | Hoch | Hier muss zwingend die Schnittgruppe beachtet werden |
| Winterschutz | Mittel | Je nach Sorte Rückschnitt und Mulchen im Herbst |
| Kletterhilfe | Hoch | Nicht selbstklimmend, Befestigung notwendig |
| Schädlings- und Krankheitsrisiko | Mittel bis hoch | Sehr anfällig für die Clematiswelke, Jungpflanzen werden von Schnecken bevorzugt. |
Hortensien – bemerkenswerte Blütenkugeln
Hortensien gehören zu den beliebtesten Gartenpflanzen, stellen aber auch einen hohen Anspruch an den Standort, den Boden, den Schnitt und die Pflege. Nur so verwöhnen Sie uns mit fantastischen Blüten. Nicht geeignet sind Hortensien für Regionen, in denen viel Spätfrost existiert, für Böden, die sehr kalkhaltig sind, für Menschen, die kaum Zeit fürs Gießen haben (besonders bei Kübelhaltung) und für Gärtner, die keine Erfahrung mit dem differenzierten Schnittverhalten je nach Art der Pflanze haben.
Darum sind Hortensien besonders pflegeintensiv:
- Gießen: Hortensien haben einen hohen Wasserbedarf. Der lateinische Name „hydrangea“ sagt dies bereits aus, denn übersetzt heißt dies „Wassergefäß“. Gerade im Sommer, wenn Hitze und Sonne den Pflanzen zu schaffen machen, brauchen sie tägliche Wassergaben. Dies merkt man auch an den sofort hängenden Blättern und den vertrockneten Blütenknospen, die bei Wassermangel nicht lange auf sich warten lassen.
- Standort: Hortensien wollen es zwar hell, aber keine direkte Sonne. Ideal ist ein Standort im Halbschatten, der windgeschützt ist. Der Boden sollte einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0 haben, also sauer sein, außerdem kalkarm und humos. Kalkhaltige Böden verursachen Chlorose.
- Schnitt: Wer seine Hortensien falsch schneidet, riskiert Blütenverlust. Die Pflanzen blühen am vorjährigen Holz, im Frühling wird daher nur abgestorbenes Material entfernt. Schneeball- und Riesenhortensien werden dagegen komplett zurückgeschnitten.
- Temperaturen: Hortensien reagieren empfindlich auf Spätfröste. Wenn sie bereits austreiben und es wird noch mal kalt, kann es zu Frostblessuren und Blütenverlust kommen. Eine Vlieshaube als Winterschutz – vor allem bei Kübelpflanzen – ist anzuraten.
- Düngen: Der Nährstoffbedarf ist hoch, daher brauchen Hortensien regelmäßig eine pH-schonende Düngung mit Hortensiendünger. Achten Sie darauf, nicht zu viel Stickstoff zu geben, das fördert das Blatt- aber nicht das Blütenwachstum.
Pflegeübersicht für Hortensien
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Mittel bis hoch | Halbschattiger Standort, keine Mittagssonne, windgeschützt |
| Gießen | Hoch | Tägliche Wassergaben, vor allem bei Hitze, kalkfreies Wasser |
| Düngen | Mittel | 2 Mal im Jahr einen Hortensiendünger geben |
| Schnitt | Hoch | Je nach Sorte das Blühholz beachten, nicht pauschal zurückschneiden |
| Bodenanspruch | Hoch | Sauer, humoser Boden ohne Staunässe und kalkfrei |
| Winterschutz | Mittel bis hoch | Kübelpflanzen sind besonders anfällig, im Beet Knospen vor Frühjahrsfrost schützen |
| Umtopfen | Mittel | Alle 2 bis 3 Jahre umtopfen, Spezialerde verwenden |
Rhododendron – prächtiger Frühlingsblüher
Rhododendron ist nicht nur aufgrund seiner Größe und den prächtigen Blüten beliebt, er bevorzugt auch einen schattigen Standort, fühlt sich also dort wohl, wo andere Pflanzen gar nicht blühen. Aber auch Rhododendren stellen hohe Ansprüche an den Standort und die Pflege. Nicht geeignet sind Rhododendren für kalkhaltige, lehmige oder verdichtete Böden, für Menschen, die wenig Zeit für die Pflege haben und für Regionen mit viel Trockenheit.
Darum ist Rhododendron besonders pflegeintensiv:
- Standort: Rhododendren brauchen einen sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Außerdem muss er humos, locker und kalkfrei sein. In einem Boden mit Kalk würde sich eine Chlorose entwickeln. Pralle Sonne ist tabu, am besten gedeiht Rhododendron im Halbschatten, er kommt aber auch mit schattigen Plätzen gut zurecht.
- Gießen: Gegossen wird idealerweise mit Regenwasser oder Sie entkalken das Leitungswasser. Kalk im Wasser blockiert die Aufnahme von Eisen und lässt die Blätter vergilben – die Pflanze kümmert. Die Pflanzen brauchen eine gleichmäßige Feuchtigkeit, allerdings darf keine Staunässe entstehen.
- Wurzeln: Rhododendron sind trotz ihrer Größe Flachwurzler, weswegen Sie keine Bodenbearbeitung durchführen sollten. Eine Tritt- oder Wurzelverdichtung führt schnell zu Schäden.
- Düngen: Düngen Sie mit einem speziellen Rhododendrondünger, herkömmlicher Dünger kann Schäden verursachen. Zu viel Stickstoff bedeutet zwar, dass das Blattwachstum angeregt wird, aber die Pflanze ist anfällig für Pilzkrankheiten.
- Blüten: Damit der Rhododendron auch im nächsten Jahr wieder blüht, müssen verwelkte Blüten ausgebrochen werden. Dies verhindert die Samenbildung und fördert den Knospenansatz.
- Krankheiten und Schädlinge: Die Pflanze ist anfällig für Pilzkrankheiten wie Phytophthora-Welke und Knospenbräune und für die Rhododendronzikade.
Pflegeübersicht für Rhododendron
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Hoch | Halbschattig aber auch schattig möglich, windgeschützt, keine pralle Sonne |
| Gießen | Hoch | Gleichmäßig feucht halten, kalkfreies Wasser nutzen |
| Düngen | Mittel bis hoch | Spezieller Dünger im Frühling, eventuell Nachdüngung erforderlich |
| Bodenanspruch | Sehr hoch | Saurer Boden zwingend nötig, ansonsten locker, humos, torffrei |
| Schnitt | Gering | Nach der Blüte ausputzen, kaum Formschnitt nötig |
| Schädlingskontrolle | Mittel | Regelmäßig auf Zikaden und Knospenbräune kontrollieren |
| Bodenpflege | Hoch | Nicht umgraben, nur mulchen |
Oleander – mediterrane Kübelpflanze
Oleander ist immergrün und verwöhnt uns mit üppigen Blüten. Die Pflanze, die aus dem Mittelmeerraum stammt, ist leider nicht winterhart und benötigt auch sonst viel Zeit und Aufmerksamkeit. Nicht geeignet ist Oleander für Gärtner, die kein frostfreies und helles Winterquartier zur Verfügung stellen können, für Menschen die nicht täglich gießen können, für Haushalte mit Kindern und Kleintieren, da Oleander stark giftig ist und für naturbelassene Gärten, in denen kein Dünger verwendet wird.
Darum ist Oleander besonders pflegeintensiv:
- Gießen: Oleander braucht täglich Wasser, wenn es heiß ist, sogar mehrmals am Tag. Da er bei uns nur im Kübel gehalten wird, ist das Gießen besonders wichtig. Anders als viele Pflanzen mag Oleander sogar „nasse Füße“. Das heißt, dass Sie auch immer Wasser im Untersetzer belassen sollten.
- Düngen: Damit Oleander reichlich blüht (von April bis August), sollten Sie ihm alle 1 bis 2 Wochen einen Blühpflanzen- oder Oleanderdünger geben. Ohne Dünger würde er nur schwach wachsen und nur wenige Blüten produzieren.
- Winterschutz: Da Oleander nicht frosthart ist, muss er in der kalten Jahreszeit hell und bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad überwintern. Alternativ können Sie ihn dunkel stellen, dann wirft er allerdings sein Laub ab.
- Schädlinge und Krankheiten: Vor allem im Winterquartier ist Oleander anfällig für Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben. Bei feuchtem Sommerwetter können Pilzkrankheiten wie die Blattfleckenkrankheit entstehen.
- Standort: Muss in der vollen Sonne stehen, dazu windgeschützt und warm, idealerweise an einer Hauswand. Er bevorzugt durchlässiges und nährstoffreiches Substrat.
- Toxizität: Da Oleander in allen Pflanzenteilen hochgiftig ist, sollten im Haushalt weder Kinder noch Haustiere leben. Beim Umgang mit Oleander immer Handschuhe anziehen – schon der Pflanzensaft kann zu Haut- und Schleimhautreizungen führen.
- Schnitt: Oleander wächst schnell und wird ohne regelmäßigen Rückschnitt unförmig und langbeinig. Schneiden Sie die Pflanze nach der Blüte oder im zeitigen Frühjahr stark zurück.
Pflegeübersicht für Oleander
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Hoch | Vollsonnig, windgeschützt, warm |
| Gießen | Sehr hoch | Täglich, oftmals sogar mehrfach |
| Düngen | Hoch | Alle 1 bis 2 Wochen zwischen April und August |
| Winterschutz | Sehr hoch | Frostfreie Überwinterung nötig, hell oder dunkel (dann wirft er sein Laub ab) |
| Bodenanspruch | Mittel bis hoch | Durchlässige und nährstoffreiche Kübelerde |
| Schnitt | Mittel | 1 Mal jährlich ein Formschnitt, bei Bedarf lange Triebe schneiden |
| Schädlingskontrolle | Hoch | Besonders im Winterquartier regelmäßig überprüfen |
| Sicherheit | Hoch | Oleander ist giftig, Kontakt meiden, Handschuhe tragen |
Astilben – federartige Blütenstände
Astilben werden auch als Prachtspiere bezeichnet und sind aufgrund ihrer federartigen Blütenstände beliebt. Aber auch die Tatsache, dass sie im Schatten wachsen, macht sie zu einer beliebten Gartenpflanze, die nicht so pflegeleicht ist, wie man es manchmal liest. Nicht geeignet sind Astilben für trockene, sandige oder kalkhaltige Böden, für alle, die keinen dauerhaft feuchten Standort bieten können und für Gärtner, die hitze- und trockenheitsresistente Stauden suchen.
Darum sind Astilben besonders pflegeintensiv:
- Gießen: Astilben haben einen hohen Wasserbedarf, sie brauchen einen ständig feuchten Boden, ganz besonders während der Knospenbildung und der Blütezeit. Bereits kurzfristiger Wassermangel lässt die Pflanze welken.
- Standort: Astilben stellen einen besonderen Anspruch an den Boden. Dieser muss humos, locker und leicht sauer bis neutral sein mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Außerdem muss der Boden Feuchtigkeit halten können, darf aber keine Staunässe verursachen. Wichtig ist auch der Standort im Halbschatten oder Schatten. In der Sonne würden die Blüten vertrocknen und die Blätter verbrennen.
- Düngen: Die Pflanzen gehören zu den Starkzehrern, brauchen im Frühling Kompost oder organischen Dünger.
- Ausputzen: Für Blütennachschub sollte Verwelktes regelmäßig entfernt werden.
- Teilung: Alle 4 bis 5 Jahre ist eine Teilung nötig, da alte Horste innen kahl werden. Die beste Zeit dafür ist der Frühling oder der Herbst.
Pflegeübersicht für Astilben
| Pflege | Aufwand | Hinweise |
| Standortwahl | Mittel | Halbschattig oder im Schatten pflanzen, keine pralle Sonne |
| Gießen | Hoch | Boden immer feucht halten, oftmals mehrmals täglich gießen, Mulchen hilft ebenfalls |
| Düngen | Mittel | Jährlich im Frühling Kompost oder Volldünger geben |
| Bodenanspruch | Hoch | Humoser Boden, sauer bis neutral, keine Staunässe |
| Schnitt | Gering | Verblühtes entfernen, sonst kein Rückschnitt nötig |
| Teilung | Mittel | Alle 4 bis 5 Jahre verjüngen |
| Schädlingskontrolle | Gering | Selten Probleme, Jungpflanzen können für Schnecken anfällig sein |