Eine der schönsten Gartenanlagen der Welt ist Alnwick Garden. Der von Jacques und Peter Wirtz entworfene Garten beherbergt nicht nur Rosen, Bäume und Sträucher, sondern auch faszinierende Wasserspiele. Alnwick Garden liegt in Nordengland inmitten der Landschaft von Northumberland. Bereits 1750 ließ der 1. Herzog von Northumberland einen Garten bei Alnwick Castle anlegen. Viele exotische Pflanzen brachte der 3. Herzog von Northumberland von seinen Reisen mit. All diese Samen, Stecklinge und Ableger wurden im herzoglichen Garten kultiviert.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Garten vor allem für die Versorgung der Bevölkerung im Zuge der „Dig for Victory“ Kampagne genutzt. Im Jahr 1950 wurde der Garten geschlossen und lange Zeit lag die Anlage brach. Zeitweise war sogar geplant, auf dem Gelände einen Parkplatz zu errichten. Zum Glück wurde diese Planung nicht umgesetzt.
Ein neuer Alnwick Garden entsteht
Die Herzogin Jane Percy verhinderte die Parkplatz-Projekte. Mit Unterstützung des Herzogs und vieler Spenden entstand eine neue Gartenanlage. Viele Helfer unterstützten den Bau der neuen Anlage. Die Gärten von Alnwick gelten als das ambitionierteste Gartenprojekt des Vereinigten Königreiches seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Attraktion kostete 42 Millionen Pfund. Das entspricht über 50 Millionen Euro.
Der erste Teil der neuen Gartenanlage wurde 2001 eröffnet. Den Mittelpunkt bildet eine riesige Kaskade mit 21 Staustufen. Ein Labyrinth aus Bambus und ein Baumhaus mit Restaurant laden ein. All das wird von unzähligen Pflanzen in Szene gesetzt. Allein im Rosengarten gibt es über 3.000 Rosenarten. Der Ornamental Garden beherbergt mehr als 16.000 exotische Pflanzen. Eine magische Anziehungskraft für Touristen hat jedoch eine kleine Gartenanlage im östlichen Teil: der 2005 eröffnete Giftgarten „Poison Garden“.
Poison Garden – betreten nur mit Guide erlaubt
Der Poison Garden ist die Giftabteilung des Alnwick Gardens. Über 100 Pflanzen, die meist nicht nur giftig, sondern tödlich giftig sind, haben hier einen Platz gefunden. Ein großes schwarzes Eisentor mit Totenköpfen und dem Hinweis, dass die Pflanzen tödlich sein können, grenzt diesen Gartenteil von der sonstigen Gartenanlage ab. Poison Garden gilt als einer der gefährlichsten Gärten der Welt. Betreten dürfen Sie diesen Gartenteil nur mit einem Tour Guide. Übrigens brachte ein Besuch des Medici-Giftgarten in Padua die Herzogin auf die Idee, einen Garten mit Giftpflanzen anzulegen.
Ein Kräutergarten? Der Eindruck täuscht!
Auf den ersten Blick sieht der Poison Garden wie ein normaler Kräutergarten aus. Doch lassen Sie sich nicht täuschen! Die Pflanzen dürfen im giftigen Garten nicht berührt werden. Sie dürfen auch nicht an den Pflanzen riechen oder ihnen zu nah kommen. Einige der Pflanzen sind sogar in Käfigen gepflanzt, um zu verhindern, dass Besucher diesen zu nah kommen. Wenn Sie aber den Anweisungen des Tour Guides folgen, ist der Garten für Sie ungefährlich. Es stehen Ruhebänke bereit und für Notfälle sind Ersthelfer in der Nähe.
Was gibt es in Poison Garden zu sehen?
Über 100 giftige Pflanzen gibt es in Poison Garden zu bestaunen. Dazu gehören die Schwarze Tollkirsche und der Rizinus. Schon geringe Mengen der Pflanze können zum Tod führen. Viele Besucher sind erstaunt, dass auch der viel geliebte Kirschlorbeer zu den giftigen Pflanzen gehört. Beeren und Blätter enthalten cyanogene Glykoside, die sich in Blausäure umwandeln können. Aber auch die Engelstrompete und der Eisenhut, die auch in Deutschland gern angebaut werden, gehören zu den Giftpflanzen. Bei einigen Pflanzen kann bereits die Berührung ausreichen, um Vergiftungserscheinungen auszulösen.
Es gibt aber auch Pflanzen zu sehen, die nur zeitweise giftig sind, wie der Rhabarber.
Mit dem Tour Guide durch Poison Garden
Auf den Touren durch den giftigen Garten erfahren Sie viel über die Pflanzen und deren Gifte. Sie erfahren nicht nur etwas über die Heilwirkung der Pflanzen, sondern auch darüber, wie diese töten und welche Wirkung sie haben. Ein Besuch im Alnwick Garden ist ein eindrucksvolles Erlebnis – besonders für alle, die sich für außergewöhnliche Pflanzenwelten interessieren.