Bei Quitten handelt es sich um eine der ältesten bekannten Kulturobstarten. Bereits die Babylonier haben die Quitte (Cydonia oblonga) vor mehr als 6.000 Jahren kultiviert. Trotzdem werden Quitten auch heute noch häufig unterschätzt und gehören sicher nicht zu den bekanntesten kultivierten Früchten. Dabei machen der besondere Geschmack und der aromatische Duft die Quitte eigentlich in der Küche zu einer besonders interessanten Zutat.
Die Quitte hat aber nicht nur kulinarisch viel zu bieten, sondern auch beim Thema Gesundheit können die gelben Früchte in vielen Bereichen Punkte sammeln. In diesem Artikel verraten wir Ihnen viele wissenswerte Dinge rund um Quitten und gehen unter anderem auf den Anbau, die gesundheitlichen Vorteile der Quitte und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Quitten in der Küche ein.
Wissenswertes zu Quitten
Die Quitte gehört interessanterweise zur Familie der Rosengewächse und die Quitte (Cydonia oblonga) ist auch eng mit Birnen und Äpfeln verwandt. Quitten stammen ursprünglich aus Südwestasien und der Kaukasusregion. Heutzutage werden Quitten aber weltweit in ganz unterschiedlichen Ländern und Klimazonen angebaut. Besonders auffällig sind bei der Quitte zunächst einmal die leuchtend gelbe Farbe der Frucht und die samtig wirkende Haut. Das säuerliche und harte Fruchtfleisch lässt sich allerdings roh nicht wirklich genießen. Quitten eignen sich aber dafür umso mehr unter anderem für die Zubereitung von Quittensaft, Marmeladen, Kompott und Gelees.
Die bekanntesten Quittensorten
Bei den Quitten gibt es zwei Haupttypen und hierbei handelt es sich um sogenannte Birnenquitten und Apfelquitten.
- Birnenquitten: Diese Art der Quitten weist eine birnenähnliche Form auf. Birnenquitten haben im Vergleich ein etwas weicheres Fruchtfleisch und sie eignen sich besonders gut für die Verarbeitung zu Quittensaft und Kompott.
- Apfelquitten: Diese Quittenarten haben eine rundlichere Form und sind im Vergleich aromatischer. Das Fruchtfleisch ist fester und diese Quitten eignen sich hervorragend für die Herstellung von Gelees und Marmeladen.
Sowohl Apfelquitten als auch Birnenquitten enthalten viel Pektin und eignen sich durch dieses natürliche Geliermittel bestens für die Zubereitung von leckeren Gelees.
Anbau und Pflege
Beim Anbau von Quitten braucht man zunächst einmal ein wenig Geduld, weil die Bäume normalerweise erst nach rund vier bis sechs Jahren erstmals Früchte tragen. Wichtig ist beim Anpflanzen zunächst, dass ein geeigneter Standort ausgewählt und die Quittenbäume gut gepflegt werden, um sich später über regelmäßige und reiche Ernten freuen zu können.
Standort und Boden
Quittenbäume sind zwar beim Standort nicht besonders anspruchsvoll, es sollte aber auf einen möglichst windgeschützten und sonnigen Standort geachtet werden. Der Anpflanzort sollte den Baum aber auch vor zu extremen Temperaturen schützen. Ein Quittenbaum bevorzugt einen nährstoffreichen, gut durchlässigen und tiefgründigen Untergrund. Optimal ist für Quitten ein lehmiger und leicht feuchter Boden, weil die Quitte Staunässe nicht gut verträgt. Vermieden werden sollte beim Anpflanzen ein kalkhaltiger Boden, denn Quittenbäume können auf Kalk empfindlich reagieren.
Aussaat im Freiland
Eine Aussaat von Quitten im Freiland ist eher unüblich und kommt relativ selten vor. Das liegt vor allem auch daran, dass der Großteil der Quitten mithilfe von veredelten Jungpflanzen kultiviert wird. Wenn Sie es trotzdem mit einer Aussaat im Freiland versuchen wollen, dann ist es wichtig die Aussaat im Frühling durchzuführen. Vor einer geplanten Aussaat müssen die Samen der Quitten stratifiziert werden, um die Keimfähigkeit der Samen zu steigern. Bei einer solchen Stratifizierung werden die Samen einer Kältebehandlung unterzogen, um auf diese Weise die Keimung zu fördern. Beim Auspflanzen der vorhandenen Keimlinge gilt es auf einen Abstand von rund fünf Metern zu achten, weil sich die Quittenbäume im Laufe der Zeit zu weit ausladenden Bäumen entwickeln werden.
Anbau im Kübel
Wenn Sie keinen Garten haben oder beispielsweise nicht über ausreichend Platz im eigenen Garten verfügen, dann können Sie Quitten durchaus auch in Kübeln anbauen. Allerdings gilt es hierbei auf ausreichend große Kübel zurückzugreifen, mit einem Volumen von rund 50 Litern. Die eingesetzte Erde in den Kübeln sollte unbedingt gut durchlässig und nährstoffreich sein. Eine gute Durchlässigkeit der verwendeten Erde hilft, eine für die Quitten gefährliche Staunässe zu verhindern. Bei einem Anbau in Kübeln sollten Sie auf regelmäßiges Gießen und Düngen achten, weil die Quittenpflanzen in Kübeln grundsätzlich deutlich weniger Nährstoffe zur Verfügung haben.
Pflege
Quittenbäume sind erfreulichpflegeleich. Aber auf einen regelmäßigen Schnitt sollte für ein stärkeres Wachstum und eine bessere Fruchtbildung nicht verzichtet werden. Im Spätwinter gilt es, überkreuzende und kranke Äste großzügig zu entfernen. Bei jungen Quittenbäumen bietet sich ein sanfter Rückschnitt an, um ein stabiles Wachstum der Krone zu fördern.
Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Quittenbäumen, gerade in den ersten Jahren, spielen ein regelmäßiges und ausreichendes Gießen. Das ist erforderlich, weil speziell die jungen Quittenbäume relativ anfällig gegenüber einer zu starken Trockenheit sind. Ältere Quittenbäume sind deutlich weniger empfindlich und kommen auch durchaus mit kleineren und nicht zu häufigen Trockenperioden zurecht. Aber auch die älteren Bäume sollten in den heißen Sommermonaten unbedingt regelmäßig gewässert werden, um Schäden durch zu starke Trockenheit zu verhindern.
Ernte und Lagerung
Bei Quittenbäumen werden die Früchte normalerweise im Oktober geerntet. Zu diesem Zeitpunkt sind die Früchte goldgelb und verfügen über einen aromatischen Duft. Sind die Quitten richtig reif, dann können die Früchte ganz leicht durch ein einfaches Drehen vom Baum gelöst und eingesammelt werden. Es gilt beim Ernten vorsichtig vorzugehen, weil Quitten druckempfindlich sind und bei zu viel Druck beim Absammeln Beschädigungen an der empfindlichen Haut erleiden können.
Die Lagerung von Quitten ist erfreulicherweise unkompliziert und es gibt nicht viel beim Einlagern zu beachten. Die geernteten Quitten können hervorragend an einem dunklen und kühlen Ort für mehrere Wochen gelagert werden. Während dieser Zeit können die Quittenfrüchte noch nachreifen. Beim Lagern ist es wichtig, dass die Quitten einzeln gelagert werden und entsprechend sorgsam platziert werden, um unerwünschte Druckstellen durch den Kontakt mit anderen Früchten zu verhindern.
Wenn Sie Quitten für einen noch längeren Zeitraum lagern wollen, dann können Sie die Früchte direkt zu Saft, Gelee oder Marmelade verarbeiten und dadurch ganz lange haltbar machen.
Schädlinge und Krankheiten
Quittenbäume sind grundsätzlich ziemlich robust und pflegeleicht. Allerdings können Quittenbäume von Monilia-Fruchtfäule und Feuerbrand betroffen sein. Beim Feuerbrand handelt es sich um eine bakterielle Krankheit, die besonders bei feuchtem Wetter auftreten kann. Feuerbrand kann bei den Quittenbäumen zu einem Absterben von Blüten und Ästen führen. Wird eine entsprechende Erkrankung festgestellt, dann müssen bereits befallene Pflanzenteile umgehend entfernt und vernichtet werden. Auf diese Weise ist eine weitere Ausbreitung der Krankheiten in vielen Fällen gut zu verhindern.
Eine Gefahr für eine gute Ernte bei Quittenbäumen kann ebenfalls der Quittenwickler sein. Hierbei handelt es sich um einen Schmetterling, bei dem die Raupen sich in die Quittenfrüchte bohren und sich auf diese Weise ernähren und die Früchte zerstören. Bei einem solchen Schädlingsbefall ist es wichtig, bereits betroffene Früchte sofort zu entfernen, um den Schädlingsbefall schnell einzudämmen. Prophylaktisch ist es außerdem sinnvoll, durch regelmäßige Sichtkontrollen bereits frühzeitig einen drohenden Befall zu erkennen.
Gesundheitliche Vorteile
Bei Quitten handelt es sich nicht nur um leckere, sondern zusätzlich um besonders gesunde Früchte. Quitten verfügen über reichlich Ballaststoffe und viel Vitamin C. Darüber hinaus enthalten die Früchte Kalium und Antioxidantien, welche das Immunsystem stärken und zusätzlich den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern können.
Die angesprochenen Ballaststoffe in den Quitten fördern eine gute Verdauung und können auch einen positiven Effekt bei Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung oder Durchfall haben. Zusätzlich gibt es in Quitten reichlich Gerbstoffe, die das Risiko von Infektionen durch eine entzündungshemmende Wirkung reduzieren können. Die Quitten können durch ihre antioxidativen Eigenschaften ebenfalls helfen, Zellschäden aufgrund von freien Radikalen zu verhindern. Dadurch können die Früchte einen Beitrag zu einem gesünderen Alterungsprozess beitragen.
Quitten in der Küche
Durch den herben Geschmack und die harte Struktur werden Quitten meist nicht in rohem Zustand verzehrt. Erst durch das Kochen werden Quittenfrüchte weich und entfalten ihr komplettes Aroma. Klassischerweise werden die Früchte nach dem Kochen zu Quittensaft, Quittenmus und Quittengelee verarbeitet.
- Quittengelee: Quitten haben einen hohen Pektinanteil und dadurch lässt sich aus diesen Früchten hervorragend Gelee herstellen. Hierfür wird das Fruchtfleisch in Wasser gekocht und der bei diesem Vorgang entstehende Quittensaft kann anschließend auch zu leckerem Gelee verarbeitet werden.
- Quittenkompott: Die Quitten können ebenfalls geschält und entkernt werden. Anschließend werden die Früchte in Stücke geschnitten und zu einem geschmackvollen Kompott verarbeitet. Ein wenig Zucker und Zimt sorgen bei einem solchen Kompott für eine würzig-süße Note.
- Quittensirup: Aus dem Saft der Quitten lässt sich hervorragend Sirup herstellen, der entweder als Getränkebasis oder als leckeres Topping für verschiedene Nachtische verwendet werden kann.
Abgesehen von diesen Klassikern gibt es aber genauso die Möglichkeit, Quitten bei herzhaften Fleischgerichten oder auch orientalischen Eintöpfen einzusetzen und dadurch für ein besonderes Geschmackserlebnis zu sorgen. Der leicht säuerliche Geschmack von Quitten passt aber genauso gut auch zu Geflügel- und Lammgerichten.
Ein einfaches und leckeres Rezept für Quittenkompott
Zutaten:
- 1 kg Quitten
- 200 g Zucker (nach Geschmack)
- 1 Zimtstange
- 1 Vanilleschote oder Vanillezucker
- 500 ml Wasser
- 2 EL Zitronensaft
Zubereitung:
- Quitten vorbereiten: Die Quitten mit einem Tuch gut abreiben, um den Flaum zu entfernen. Anschließend die Quitten schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Viertel in mundgerechte Stücke schneiden.
- Zitronenwasser vorbereiten: Die Quittenstücke danach in eine Schüssel mit Wasser und etwas Zitronensaft legen, damit sie nicht braun werden.
- Zuckerwasser kochen: In einem großen Topf das Wasser mit Zucker, der Zimtstange und einer Vanilleschote oder alternativ Vanillezucker zum Kochen bringen.
- Quitten kochen: Die Quittenstücke in das kochende Zuckerwasser geben und bei mittlerer Hitze rund 25 – 30 Minuten bei gelegentlichem Umrühren köcheln lassen, bis die Quitten weich sind.
- Abschmecken: Zum Schluss das Kompott abschmecken. Wenn es zu süß ist, kann man etwas Zitronensaft hinzufügen, um die Säure anzupassen.
- Servieren oder lagern: Das Quittenkompott kann warm oder kalt serviert werden. Es schmeckt besonders gut zu Joghurt, Pfannkuchen oder als Beilage zu Desserts. Es kann auch in sterile Gläser gefüllt und einige Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Fazit
Quitten sind vielseitige Früchte, die relativ einfach angebaut werden können und nach der Ernte auf vielfältige Art und Weise in der Küche eingesetzt werden können. Durch die Robustheit und die positiven gesundheitlichen Möglichkeiten sind Quitten für jeden Garten eine Bereicherung. Quitten sind eine leckere Zutat, die in der Küche viele Einsatzmöglichkeiten bietet. Neben den Klassikern wie Kompott und Quittensaft bietet sich die säuerliche Frucht aber auch hervorragend als ein Bestandteil von herzhaften Gerichten an. Wenn Sie also im Garten Platz für einen Quittenbaum haben, dann sollten Sie sich unbedingt diese vielseitige Frucht nach Hause holen.