Bei der Haselnuss handelt es sich um eine der ältesten Kulturpflanzen in Europa. Die Haselnusspflanze spielt bereits seit vielen Jahrtausenden eine wichtige Rolle in der Natur und ist auch für den Menschen von großer Bedeutung. Die Haselnuss zählt sicher zu den vielseitigsten heimischen Pflanzen und wird gleichermaßen als Nutz- und Zierpflanze geschätzt. In diesem Ratgeber erfahren Sie viele wichtige Dinge über die Haselnusspflanze. Hierbei beschäftigen wir uns unter anderem mit der Geschichte der Haselnuss und gehen auch beispielsweise auf die Pflege und Vermehrung der Haselnusspflanze ein.
Wissenswertes zur Haselnuss
Die Haselnuss (Corylus avellana) wird zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) hinzugerechnet. Die Haselnusspflanze ist in Nordafrika, Westasien und auch in Europa heimisch. Die Pflanze wächst entweder als Strauch oder auch als kleiner Baum, der durchaus eine Höhe von maximal sechs Meter erreichen kann. Der Name Haselnuss hat seinen Ursprung im Althochdeutschen Komma und kommt vom Wort „Hasala“. Dieses alte deutsche Wort bedeutet grau und lässt sich auf die graue Rinde der Haselnusspflanze zurückführen.
Die Haselnuss ist vor allem für die schmackhaften Nüsse bekannt. Wobei die Haselnusspflanze auch einen hohen ökologischen Wert hat. Schließlich bieten die dichten Haselnussbüsche oder Haselnussbäume viel Platz und Schutz für verschiedene Tierarten. Darüber hinaus sind die Blüten der Haselnuss im Frühjahr für Bienen eine bedeutende Nahrungsquelle.
Historisch betrachtet hat die Haselnuss schon immer eine wichtige Rolle in der menschlichen Ernährung gespielt. Die Menschen sammelten schon in der Steinzeit die energiereichen Haselnüsse, um dem eigenen Körper ausreichend Kalorien zur Verfügung zu stellen. In der heutigen Zeit sind Haselnüsse in der Lebensmittelindustrie ein unverzichtbarer Bestandteil und die vielseitigen Nüsse werden beispielsweise für Backwaren, Müslis und Schokoladencremes benutzt. Außerdem finden Haselnüsse auch in der heimischen Küche viele Einsatzmöglichkeiten und sind auch ein beliebter Snack für zwischendurch.
Haselnusssorten
Bei der Haselnuss gibt es sehr viele unterschiedliche Sorten, die sich unter anderem in Größe, Geschmack und auch bei den geeigneten Verwendungszwecken unterscheiden. Zu den bekanntesten Sorten zählen:
- Lange Zeller: Diese Sorte bietet große, längliche Nüsse mit einem süßen Geschmack. Sie eignet sich hervorragend für den Frischverzehr.
- Hall’s Riesen: Eine robuste Sorte, die große, runde Nüsse mit guter Schalenqualität liefert. Sie ist sehr ertragreich und frosthart.
- Rote Zellernuss: Diese dekorative Sorte hat rötliche Blätter und liefert kleinere, süße Nüsse.
- Webb’s Preisnuss: Diese Haselnusssorte ist besonders in kühleren Regionen beliebt, weil sie auch in ungünstigeren Klimazonen gut wächst.
- Cosford: Eine klassische Sorte mit exzellentem Geschmack und dünnen Schalen.
Anbau und Pflege
Bei der Haselnuss handelt es sich um eine vielseitige und robuste Pflanze, welche in unterschiedlichen Regionen hervorragend gedeiht. Die Haselnusspflanze eignet sich grundsätzlich für einen Anbau im Garten und gleichermaßen ist auch eine Kultivierung in einem Pflanzkübel möglich. Dadurch ist die Haselnuss auch hervorragend für Balkone oder kleinere Gartenflächen geeignet. Die Haselnusspflanze ist generell sehr anpassungsfähig und kommt mit verschiedenen klimatischen Bedingungen und unterschiedlichen Standorten hervorragend zurecht. Das macht die Haselnuss zu einer relativ pflegeleichten Pflanze.
Standort und Boden
Die Haselnuss bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Die Haselnusspflanze gedeiht vor allem in lockeren Böden, die humusreich und gut durchlässig sind, hervorragend. Vermieden werden sollte bei dieser Pflanze auf jeden Fall Staunässe, weil diese zu Schäden an den Wurzeln führen kann.
Die Haselnuss fühlt sich bei einem pH-Wert im Bereich von 6,0 bis 7,5 besonders wohl. Vor der Anpflanzung ist es ratsam, den Boden am Standort mit Kompost oder alternativ auch mit anderen organischen Materialien anzureichern. Dadurch wird von Anfang an eine optimale Nährstoffversorgung sichergestellt.
Aussaat im Freiland
Grundsätzlich ist es möglich, die Haselnuss durch Samen oder Stecklinge zu vermehren. Bei einer Aussaat im Freiland sollten Sie die Samen der Haselnuss bereits im Herbst am gewünschten Standort in die Erde legen. Das hängt damit zusammen, dass die Samen der Haselnuss für das Keimen (Stratifikation) eine Kälteperiode benötigen.
Hierbei sollten Sie die Samen rund 5 Zentimeter tief in die Erde eingraben und anschließend mit einer Schicht Mulch bedecken. Die Keimung erfolgt in der Regel im kommenden Frühjahr. Bei der Haselnusspflanze ist auf jeden Fall Geduld gefragt, weil die Pflanze frühestens nach 3 Jahren erste Früchte trägt.
Anbau im Kübel
Bei Haselnusspflanzen ist auch eine Anpflanzung in größeren Kübeln auf dem Balkon oder der Terrasse möglich. Allerdings sollten Sie dann auf eine kompaktere Sorte wie zum Beispiel die rote Zellernuss zurückgreifen. Ein Kübel für eine Haselnusspflanze sollte mindestens über ein Fassungsvermögen von 40 Litern verfügen und mit einem durchlässigen Substrat befüllt werden.
Haselnüsse können auch in größeren Kübeln auf Terrassen oder Balkonen kultiviert werden. Hierbei ist es wichtig, eine kompakte Sorte wie die „Rote Zellernuss“ zu wählen. Bei einem Anbau in einem solchen Pflanzkübel spielen regelmäßiges Düngen und Gießen eine wichtige Rolle, weil die Nährstoffe in einem solchen Pflanztopf deutlich schneller aufgebraucht sind.
Pflege
Die Haselnuss ist zwar grundsätzlich eine pflegeleichte Pflanze, trotzdem benötigt sie eine regelmäßige Pflege, um eine gute Ernte zu bringen und auf Dauer gesund zu bleiben. Zu den notwendigen Pflegemaßnahmen gehören:
- Bewässerung: Speziell junge Pflanzen sollten regelmäßig gegossen werden. Ältere Sträucher kommen im Vergleich besser mit einer Trockenperiode zurecht.
- Düngung: Im Frühling sollte organischer Dünger wie Kompost oder Hornspäne ausgebracht werden, um auf diese Weise das Wachstum der Pflanze zu fördern.
- Unkrautentfernung: Um Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser zu verhindern, sollten Sie die Umgebung der Pflanze möglichst unkrautfrei halten.
Ernte und Lagerung
Der Zeitraum für die Ernte liegt bei Haselnüssen normalerweise zwischen September und Oktober. Dann fallen die reifen Nüsse von selbst auf den Boden und können ohne großen Aufwand eingesammelt werden. Nach der Ernte ist eine gründliche Trocknung von entscheidender Bedeutung, um eine unerwünschte Schimmelbildung zu verhindern. Nach der erfolgreichen Trocknung können die Haselnüsse in luftdichten Behältern problemlos für mehrere Monate aufbewahrt werden.
Haselnuss Erziehen
Für die Erreichung einer dichten Wuchsform oder auch einer bestimmten Form ist es hilfreich die Haselnusspflanze gezielt zu erziehen. Bei den jungen Pflanzen wählen Sie die stärksten Triebe als Gerüst aus und entfernen vorhandene schwächere Triebe. Auch ein regelmäßiges Anbinden der Triebe hilft, die gewünschte Form zu erhalten oder zu erreichen.
Haselnuss Schnitt
Durch einen regelmäßigen Schnitt werden bei der Haselnusspflanze das Wachstum sowie die Fruchtbildung nachhaltig gefördert. Im Frühjahr gilt es bei der Haselnuss, abgestorbene und ältere Äste zu entfernen, um wieder Platz für neue kraftvolle Triebe zu schaffen. Wichtig ist hierbei auch die Ausrichtung der Krone, damit weiterhin ausreichend Luft und Licht in den inneren Bereich der Krone gelangen.
Haselnuss Vermehrung
Bei der Haselnuss kann die Vermehrung auf verschiedene Weisen erfolgen. Die verbreitetsten Methoden sind Aussaat, Vermehrung mit Stecklingen und Absenker.
Aussaat
Eine natürliche Methode für die Vermehrung ist die Aussaat von Samen der Haselnuss. Eine solche Vermehrung ist allerdings zeitaufwändig. Schließlich müssen die Samen zunächst im Herbst ins Freiland gesät werden. Zur Keimung kommt es bei der Haselnusspflanze dann jedoch erst im nächsten Frühjahr. Diese Art der Vermehrung eignet sich besonders für Wildhaseln, weil bei veredelten Sorten die jeweiligen Eigenschaften der Ursprungspflanzen nicht immer komplett erhalten bleiben.
Stecklinge
Eine Vermehrung der Haselnuss durch Stecklinge ist im Vergleich die deutlich effektivere Methode bei sortenreinen Pflanzen. Hierbei werden im späten Herbst verholzte Triebe abgeschnitten und in ein humusreiches Substrat gesteckt. Unter diesen feuchten Bedingungen und bei gleichzeitig ausreichender Wärme kommt es bei den Stecklingen bereits nach wenigen Monaten zu einer Wurzelbildung.
Absenker
Besonders erfolgversprechend und unkompliziert ist bei der Haselnuss eine Vermehrung durch Absenker. Hierbei wird ein flexibler Ast der Haselnusspflanze im Frühling oder Herbst gebogen und zu einem Teil in der Erde eingegraben. Das Ende des Triebes bleibt weiterhin sichtbar und schon nach wenigen Monaten bilden sich neue Wurzeln, so dass dieser Trieb von der Ursprungspflanze abgetrennt und separat an einem anderen Standort angepflanzt werden kann.
Schädlinge und Krankheiten
Die Haselnuss ist grundsätzlich eine robuste Pflanze, die aber wenig überraschend trotzdem immer wieder auch mit Krankheiten und Schädlingen zu kämpfen hat. Zu den häufigsten Problemen gehören:
- Haselnussbohrer: Der Käfer legt seine Eier in die Nüsse und die Larven können für eine ernsthafte Schädigung der Ernte sorgen.
- Mehltau: Der Pilz befällt die Blätter der Haselnuss und kann das Wachstum nachhaltig schwächen.
- Rindenkrankheiten: Infektionen der Rinde führen zu Wunden und können die Pflanze langfristig schädigen.
Für eine gesunde Haselnusspflanze sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig. Dadurch können Schädlinge und Krankheiten frühzeitig erkannt werden und eine Behandlung mit einem biologischen Pflanzenschutzmittel kann schnell die Probleme beheben.
Gesundheitliche Vorteile
Haselnüsse sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Sie enthalten eine Vielzahl von wichtigen Nährstoffen wie B-Vitamine, Vitamin E, Magnesium und auch gesunde ungesättigte Fettsäuren. Diese können die Herzgesundheit fördern, das Immunsystem stärken und zusätzlich entzündungshemmend wirken.
Der regelmäßige Verzehr von Haselnüssen kann dabei helfen, den Cholesterinspiegel abzusenken und dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweislich reduzieren.
Haselnüsse in der Küche
Haselnüsse können in der Küche vielseitig eingesetzt werden und sind in der Lage, zahlreichen Gerichten ein spezielles Aroma zu verleihen. Diese Nüsse können gemahlen, gehackt oder auch geröstet verwendet werden. Die Haselnüsse eignen sich gleichermaßen für herzhafte und süße Speisen. Darüber hinaus sind Haselnüsse auch einfach so ein leckerer und gesunder Snack.
Rezeptidee: Haselnuss-Creme
Zutaten:
- 200 g Haselnüsse
- 50 g Zucker
- 2 EL Pflanzenöl
- 1 Prise Salz
Zubereitung:
- Die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften. Anschließend die Schale abreiben.
- Die Nüsse mit Zucker und Salz in einem Mixer fein mahlen.
- Öl hinzufügen und die Masse zu einer glatten Creme verarbeiten.
- In ein Glas füllen und im Kühlschrank lagern. Passt perfekt zu Brot, Pfannkuchen oder als Füllung für Gebäck.
Die Haselnuss bereichert jeden Garten und ist auch in einem Pflanzkübel ein schöner Anblick. Mit wenig Pflegeaufwand liefert eine Haselnusspflanze über viele Jahre eine reiche Ernte leckerer Nüsse. Die Haselnüsse sind sehr gesund und in der Küche vielseitig einsetzbar.