Wenn die Tage im Frühling wieder länger werden und die ersten warmen Sonnenstrahlen unsere Seele küssen, fangen auch die Pflanzen an zu wachsen und zu gedeihen. Doch es gibt auch Wintergemüse, das den Frost benötigt, damit es auch schmeckt. Gleiches gilt für einige Gemüsesorten, die die frostigen Temperaturen benötigen, um keimen zu können. Damit Sie den Überblick haben, welche Kräuter, Früchte oder welches Gemüse im Frühling erntereif sind, ist der Saisonkalender ein wahrer Segen. So können Sie nachhaltig einkaufen und Ihren Speiseplan perfekt nach den Erntezeiten richten. Hier gibt es eine Übersicht für Sie.
Deshalb ist der Saisonkalender so wichtig
Viele Jahre war es den Verbrauchern vollkommen gleich, woher das Obst und Gemüse im Winter kommt. Glücklicherweise hat sich dies geändert. Denn gerade durch die Globalisierung ist es natürlich kein Problem mehr, Obst und Gemüse aus allen Herrenländern zu importieren und den Verbrauchern auch Erdbeeren, Kirschen oder Heidelbeeren im Winter zu präsentieren. Dass dies nicht gut für den Klimawandel ist, liegt auf der Hand. Allerdings geht genau dieser Trend in den letzten Jahren deutlich zurück und die Verbraucher besinnen sich wieder auf Regionalität und Saisonalität, die immer wichtiger wird. Somit werden nicht nur weite Transportwege vermieden, auch die Früchte, das Gemüse oder die Kräuter haben kaum noch Geschmack, wenn sie in Treibhäusern gewachsen sind.
Das beste Beispiel sind Tomaten. Viele wissen ja, dass ich in Spanien lebe. Ich liebe Tomaten und hatte sie in Deutschland immer zu Hause. Nachdem wir ausgewandert waren und der erste Marktbesuch anstand, waren Tomaten natürlich eine der ersten Anlaufstellen. Zum Abendessen machte ich mir ein Käsebrot und schnitt noch eine Tomate auf. Diese Geschmacksexplosion war absolut überraschend. Der Geschmack war einfach nur WOW und ich wusste jetzt, wie Tomaten wirklich schmecken. Die gezüchteten Tomaten aus Holland oder wo sie auch immer herkommen, sind einfach nur geschmacklos und selbst die Bio-Tomaten konnten hier einpacken.
Aber wieder zum Thema . Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Grund, weshalb auch Sie mit Sicherheit auf einiges verzichten, da es keine Saison hat. Die Vorteile von saisonalen Früchten, Gemüsen und Kräutern liegen dabei klar auf der Hand.
- Geschmack: Wie bereits beschrieben, lässt der Geschmack zu wünschen übrig. Alles, was im Treibhaus gezüchtet wurde, schmeckt nach nichts. Darüber hinaus werden Treibhausfrüchte meist zu früh geerntet, weshalb sich das Aroma gar nicht ausbreiten kann. Denn durch die langen Transportwege würde Obst und Gemüse viel zu schnell verderben, wenn es vollreif geerntet werden würde.
- Nährstoffe: Kurze Wege bieten aber noch mehr. Nährstoffe wie Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe oder auch andere wichtigen Inhaltsstoffe bleiben erhalten, wenn zwischen der Ernte und dem Verzehr nur wenige Tage sind. Viele glauben es nicht, aber teilweise ist tiefgekühltes Obst und Gemüse nahrhafter wie frisches, da durch die langen Transportwege fast alle Nährstoffe verloren gehen.
- Pestizide: In Deutschland herrschen deutlich strenger Regeln, was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden angeht. Auch, wenn die Ware aus Europa kommt, heißt dies nicht, dass es einheitlich ist. Insbesondere im Bioanbau ist beispielsweise der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden verboten. In Ländern außerhalb der EU dürfen diese teilweise auch bei Bio-Produkten eingesetzt werden.
- Unterstützung der Landwirte: Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Sie beim regionalen Einkauf auch die Landwirte in Ihrer Umgebung unterstützen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Bauernmärkte und viele landwirtschaftliche Betriebe haben auch einen eigenen Hofladen, in dem Sie einkaufen können. Gleichzeitig erfahren Sie auch deutlich mehr über die Produkte, den Anbau wie auch über die gesundheitlichen Vorteile, wenn Sie sich nur ein wenig mit den Händlern unterhalten.
- Preis: Der Preis spielt ebenfalls eine große Rolle. Gerade in Zeiten, in denen das Budget immer kleiner wird. Saisonale Produkte sind deutlich günstiger als Produkte, die Sie außerhalb der Saison kaufen.
Die Vorteile von regionalem und saisonalem Obst und Gemüse sowie Kräutern sind groß. Deshalb sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass auch Sie mit dem Kauf dazu beitragen können, das Klima zu schützen. Je weniger Verbraucher Erdbeeren im Winter, Orangen im Sommer oder Spargel im Herbst kaufen, desto weniger dieser Produkte wird der Supermarkt zur Verfügung stellen und somit die Umwelt schützen.
So erkennen Sie regionales und saisonales Gemüse
In Supermärkten finden Sie auf dem Warenetikett von Obst und Gemüse auch das Herkunftsland. Bei den meisten Obst- und Gemüsesorten sind die Angaben sogar Pflicht, da sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Schwieriger wird es allerdings bei verarbeiteten Produkten wie Trockenobst und -gemüse oder Marmelade und Gelee. Um sicher zu sein, sollten Sie hier besser auf regionale Händler zurückgreifen und hier ihre Produkte kaufen. Damit Sie den Überblick haben, finden Sie nachfolgend nun die regionalen Kräuter, Früchte und Gemüse.
Diese Kräuter haben im Frühling Saison
- Bärlauch: Ab Mitte April können Sie Bärlauch ernten. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht aus Versehen die hochgiftigen Maiglöckchen Blätter ernten. Nicht selten mussten Nutzer im Krankenhaus behandelt werden, da die Blätter des Maiglöckchens sehr giftig sind. Reiben Sie die Blätter einfach zwischen den Fingern. Bei Bärlauch können Sie den Knoblauchgeruch sofort riechen. Bärlauch hat, wie der echte Knoblauch, eine antibakterielle Wirkung und zudem einen krampflösenden Effekt.
- Kerbel: Kerbel ist ab Mitte Mai zu finden und Sie können die Blätter wie auch die Blüten verzehren. Kerbel hat eine entzündungshemmende Eigenschaft und ist reich an Vitamin C.
- Liebstöckel: Auch bekannt unter dem Namen Maggikraut ist Liebstöckel ein wichtiges Gewürz für deftige Speisen. Darüber hinaus hat Liebstöckel eine entwässernde Eigenschaft, wirkt bei Erkältungen schleimlösend und soll die Symptome bei Atemwegserkrankungen lindern.
- Sauerampfer: Sauerampfer finden Sie nahezu überall, da es sehr wuchsfreudig ist. Das leicht säuerliche Aroma, das durch Oxalsäure hervorgerufen wird, kann durch Abkochen verringert werden. Beachten Sie aber, dass bei zu hohen Mengen die Oxalsäure auch Nierensteine begünstigen kann. Allerdings ist Sauerampfer auch sehr gesund, wenn Sie den Verzehr nicht übertreiben. Das Kraut ist reich an Eisen und Vitamin C.
- Waldmeister: Waldmeister liebt oder hasst man. Das Kraut ist dabei vor allem in Limonaden oder Cocktails sehr beliebt. Doch auch hier wird empfohlen, nur eine geringe Menge zu verzehren (pro Liter max. 3 Gramm), da die enthaltenen Cumarine zum einen die Blutgerinnung beeinflussen und auch zu Übelkeit und Kopfschmerzen führen können. Dennoch wird Waldmeister seit vielen Jahrhunderten bei Magenschmerzen oder bei Schlaflosigkeit genutzt.
Dieses Gemüse hat im Frühling Saison
- Champignons: Die sehr beliebten Speisepilze sind das ganze Jahr erhältlich. Sie enthalten Eiweiß, B-Vitamine und wertvolle Mineralstoffe wie Kalium und Phosphor und sind vor allem in der Herbst- und Winterküche sehr vielseitig nutzbar.
- Frühlingszwiebeln: Frühlingszwiebel sind milder im Geschmack und daher eine gute Alternative für Menschen, die Zwiebeln nicht ganz so mögen. Lauch- oder Frühlingszwiebeln gibt es von Frühling bis Herbst und sie liefern ihnen Vitamin C, Folsäure wie auch sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken können.
- Kartoffeln: Kartoffeln gibt es im Grunde das ganze Jahr. Dabei gibt es frühe und späte Sorten. Kartoffeln enthalten Kohlenhydrate, verschiedene B-Vitamine und Kalium und sind gut für die Verdauung. Zudem sättigen sie sehr gut und sind bei einer Diät perfekt, um lange satt zu sein.
- Kohlrabi: Kohlrabi finden Sie von Frühling bis Herbst. Dabei ist nicht nur die Knolle essbar. Auch die Blätter können Sie verzehren. Kohlrabi liefern Ihnen Vitamin C, Kalium und Ballaststoffe.
- Mangold: Die Verwandtschaft von Spinat können Sie von Mai bis Oktober erhalten. Mangold wurde erst in den letzten Jahren wieder neu entdeckt und das zurecht. Denn die Stiele sind reich an sekundären Pflanzenstoffen, enthalten Beta-Carotin, sowie Eisen und Magnesium.
- Rhabarber: Rhabarber ist ein Gemüse, das nicht jeder mag. Ernten können Sie es von März/April bis zum Johannistag am 24. Juni. Die kalorienarmen Stängel des Rhabarbers enthalten viel Vitamin C sowie Mineral- und Ballaststoffe. Auch hier gilt, nicht zu viel des Guten. Denn im Rhabarber ist ebenfalls Oxalsäure enthalten, die in großen Mengen nicht gesund ist und Nierensteine begünstigen kann.
- Salat: Salate gibt es ab März reichlich. Im März haben unter anderem Feld-, Kopf- und andere Blattsalate Saison. Auch frühe Radieschen Sorten sind bereits im März erhältlich. Rucola und Rauke wie auch die Salatgurke können Sie im April ernten und Romanasalat im Mai.
- Spargel: Da Deutschland der größte Spargelproduzent ist, ist es besonders leicht, dieses leckere Gemüse regional zu kaufen. Ab Mai werden Sie im Handel oder im Hofladen Spargel erhalten. Spargel ist reich an Ballaststoffen, enthält Vitamin C und viele Mineralstoffe. Zudem sind auch Folsäure und Asparaginsäure im Spargel enthalten.
- Spinat: Spinat ist ein Allrounder und kann sehr vielfältig zubereitet werden. Zudem liefert das Kraut Eisen, enthält B- und C-Vitamine und ist voller Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium.
- Spitzkohl: Dieser zarte Kohl ist schon im Frühsommer erhältlich und bietet Ihnen nicht nur einen tollen Geschmack, sondern auch viele Vitamine und Ballaststoffe. Insbesondere durch seinen sehr hohen Wassergehalt ist der Spitzkohl sehr bekömmlich.
- Topinambur: Topinambur ist zwar ein Herbst- und Wintergemüse, kann aber bis zum Frühjahr geerntet werden. Die Knolle ist eine sehr gute Inulin-Quelle und unterstützt die Darmflora auf besondere Weise. Insbesondere Diabetiker profitieren von der Knolle.
- Zwiebeln: Zwiebeln sind das ganze Jahr über erhältlich und sind in jedem deftigen Gericht ein Geschmacksgeber. Doch Sie können auch gesundheitlich von dem Gemüse profitieren. Zwiebeln enthalten viele Antioxidantien, weshalb Sie das Immunsystem stärken. Zudem haben sie antibakterielle Eigenschaften.
Dieses Obst hat im Frühling Saison
- Äpfel: Äpfel sind das ganze Jahr über im Handel erhältlich. Es gibt aber auch späte Sorgen, die im Herbst- und Winter geerntet werden und so im Frühling im Hofladen erhältlich sind. Äpfel sind voller Ballaststoffe, Vitamin C und Antioxidantien. Die Schale hingegen enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, die die Gesundheit fördern.
- Birnen: Gleiches gilt auch für Birnen. Durch die lange Lagerzeit sind sie fast ganzjährig erhältlich. Birnen enthalten viel Ballaststoffe, Vitamin C und Kalium. Sie haben eine entwässernde Eigenschaft und unterstützen die Darmflora. Darüber hinaus sind sie leicht bekömmlich.
- Erdbeeren: Erdbeeren sind die Frühlingsboten schlechthin. Die lecker schmeckenden kleinen roten Früchte enthalten jede Menge Vitamin C und sind sehr vielseitig einsetzbar. Sie können in Salaten, Desserts oder auch zu Käseplatten verwendet werden. Doch auch pur sind sie einfach unschlagbar.
- Heidelbeeren: Heidelbeeren gibt es saisonal auch schon im Frühsommer. Bei einem milden Winter und einem warmen Frühling sind Heidelbeeren bereits im Mai erhältlich. Die kleinen dunkelblauen Beeren sind reich an Antioxidantien, Vitamin C und voller sekundären Pflanzenstoffen. Sie sollen die Arterien vor Verkalkung schützen, die Zellgesundheit fördern und eine entzündungshemmende Eigenschaft haben.
Fazit
Saisonale Produkte haben viele Vorteile, wie Sie sehen können. Zum einen unterstützen Sie die regionalen Landwirte und zum anderen tun Sie auch für die Umwelt und den Klimaschutz etwas Gutes. Darüber hinaus versorgen Sie saisonale Produkte mit wertvollen Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die für die Gesundheit von großer Bedeutung sind. Produkte, die lange Transportwege hinter sich haben, enthalten oft kaum noch Nährstoffe, da zwischen Ernte und Verzehr nur wenige Tage liegen sollten, damit noch alle Nährstoffe in Obst, Gemüse und Kräutern vorhanden sind. Das heißt aber auch, dass Sie in der Regel auf chemisch hergestellte Nahrungsergänzungsmittel verzichten können, wenn Sie sich gesund und ausgewogen ernähren. Natürlich gibt es Personen, wie Frauen in den Wechseljahren oder kranke Menschen, die einen erhöhten Nährstoffbedarf benötigen und daher zusätzlich zur Ernährung noch Nahrungsergänzungsmittel benötigen. Tun Sie also Ihrer Gesundheit und der Umwelt etwas Gutes und kaufen Sie regional und saisonal.