Ein Garten voller Rosen – wer wünscht sich das nicht? Die Königin der Blumen verzaubert mit einem ganz besonderen Charme und verwandelt jeden Garten in einen verwunschenen Ort. Kein Wunder, dass es kaum einen Garten ohne Rosen gibt. Vielleicht haben Sie bei Freunden und Bekannten eine Sorte entdeckt, die Sie zu Ihrer Lieblingsrose krönen möchten. Ist der Name der Sorte nicht bekannt, können Sie nur auf die Suche gehen. Oder Sie vermehren diese Rose durch Stecklinge oder Samen.
So werden Rosen in der Gärtnerei vermehrt
Für die Vermehrung von Rosen gibt es verschiedene Methoden. In der Gärtnerei wird meist durch Veredlung vermehrt. Dabei wird die Edelsorte auf die Sämlingsunterlage gesetzt. Das geschieht im Frühsommer. Im Laufe der Zeit treibt diese dann aus und bildet einen Haupttrieb. Daraus wird die neue Rose gezogen. Diese Vermehrungsmethode ist sehr sicher. Die Rosensämlinge werden schon im Vorjahr gepflanzt und bilden eine gute Grundlage. Die Veredelungstechnik wird als Okulation bezeichnet.
Welche Veredelungsmethoden für Rosen funktionieren im Garten?
Für die Vermehrung Ihrer Rosen können Sie verschiedene Methoden anwenden. Je nach Rosenart sind diese mehr oder weniger geeignet. Wildrosen lassen sich sehr gut durch Samen vermehren. Edelrosen lassen sich besser durch Stecklinge vermehren. Bei verschiedenen Beet- oder Edelrosen funktioniert die Veredelungstechnik nicht gleich beim ersten Mal. Ramblerrosen, Strauchrosen, Zwergrosen und Kletterrosen lassen sich mit der Stecklingstechnik sehr gut vermehren.
Diese Dinge sollten Sie beim Rosen vermehren beachten:
- Viele Edelrosen lassen sich nur mit Okulation auf einer Sämlingsunterlage vermehren.
- Alle Rosen, die Hagebutten bilden, können Sie durch Aussaat vermehren. Vor allem Wildrosen sind dafür geeignet.
- Kletterrosen, Wildrosen, Zwergrosen, Bodendeckerrosen und Strauchrosen lassen sich sehr gut durch Steckhölzer vermehren.
- Wildrosen, Zwergrosen und Bodendeckerrosen können Sie einfach durch Stecklinge vermehren.
Rosen vermehren mit Samen
Für die Vermehrung durch Samen müssen die Rosen natürlich Hagebutten ausbilden. Im Spätherbst, wenn die Früchte ausgereift sind, können Sie diese ernten und die Samen aussäen. Vor der Aussaat sollten Sie die Samen einen Tag ins Wasser legen. Rosensamen, die keimfähig sind, sinken zu Boden. Einen Monat bleiben die Samen nun bei 4° C im Kühlschrank gelagert. Erst danach kommen die Rosensamen in Anzuchterde. Die Samen werden etwa einen Zentimeter mit Erde bedeckt. Die Saat soll kühl und feucht stehen. Sind die Samen gekeimt, brauchen die Keimlinge viel Licht. Sie können die Pflänzchen pikieren, wenn diese vier bis sechs Blätter haben. Ausgepflanzt wird im Frühjahr. Pflanzen Sie die Jungpflanzen an einen sonnigen, aber geschützten Standort.
Tipp: Beachten Sie, dass die Rosensamen oft mehrere Monate zum Keimen benötigen. Haben Sie Geduld!
Rosen vermehren aus Stecklingen
Am einfachsten ist die Vermehrung der Rosen durch Stecklinge. Der Vorteil: Es entstehen wurzelechte Rosen. Allerdings funktioniert die Vermehrungstechnik nicht bei allen Rosenarten. Für die Stecklingsvermehrung schneiden Sie im August zwei bis drei gesunde Triebe mit fünf Augen. Die Triebe sollten abgeblüht sein, der Steckling sollte ungefähr Bleistift-lang sein. Die unteren Blätter werden entfernt und nur das oberste Blattpaar bleibt stehen. Die Stecklinge kommen in ein Beet oder in Pflanztöpfe. Der Standort sollte halbschattig und windgeschützt sein. Nach dem Einpflanzen gießen Sie die Stecklinge an und stülpen ein Glas oder eine Plastiktüte darüber. So entsteht ein Mikroklima, das feuchtwarm ist. Erst im Mai des folgenden Jahres werden die Rosen an den endgültigen Platz gepflanzt.
Tipp: Stecken Sie das untere Ende des Stecklings in einen Wurzelaktivator vor dem Einpflanzen. Das Pulver fördert die Wurzelbildung.
Rosen vermehren durch Steckhölzer
Für die Vermehrung von Rosen durch Steckhölzer schneiden Sie im Spätherbst einen Trieb mit 20 bis 30 cm Länge ab. Ein Steckholz ist ein verholztes Triebstück. Die Blätter werden beim Steckholz vollständig entfernt. Zum Überwintern bündeln Sie die Steckhölzer und lagern diese in feuchtem Sand. Stellen Sie das Paket in einen frostfreien Raum. Ab März können Sie die Hölzer in ein Gemisch aus Torf und Sand stecken. Ob die Steckhölzer angewachsen sind, sehen Sie an den Blättern. Die Hölzer treiben dann grüne Blätter. Im Herbst pflanzen Sie die Jungpflanzen an den endgültigen Standort.
Tipp: Halten Sie die Erde bei den Steckhölzern immer leicht feucht.
Rosen vermehren durch Absenken
Kletterrosen können Sie besonders leicht durch Absenken vermehren. Dabei wird ein langer Trieb der Kletterrose nach der Blüte herabgebogen, leicht angeritzt und in eine etwa zwanzig Zentimeter tiefe Erdmulde gelegt. Fixieren Sie den Trieb etwas, damit er nicht wieder nach oben schnellt. Nun schließen Sie die Mulde mit Erde oder Kompost. Halten Sie die Erde unbedingt feucht. Etwa ab Herbst bildet der Trieb neue Wurzeln. Im nächsten Frühjahr können Sie die gut bewurzelte Jungpflanze von der Mutterpflanze trennen. Setzen Sie die Rose an den endgültigen Platz.
Tipp: Achten Sie darauf, dass keine Staunässe beim Gießen entsteht. Das mögen Rosen nicht.
Rosen vermehren durch Okulation
Um Rosen durch Okulation zu vermehren, sollten Sie etwas Erfahrung haben. Aber jeder fängt mal klein an – ein Versuch ist es immer wert. Und die Erfahrung kommt mit der Zeit. Die Vermehrung durch Veredlung ist vor allem für Edelrosen geeignet. Sie benötigen eine Wildrose für die Unterlage und eine Edelrose Ihrer Wahl. Die beste Zeit für diese Veredelungstechnik ist die Zeit zwischen Mitte Juli und Mitte August. Sie benötigen dafür spezielles Werkzeug wie das Okuliermesser. Die Veredelungsunterlage sollten Sie schon im Vorjahr gepflanzt haben, damit sie gut angewurzelt ist.
Als Veredelungsmaterial verwenden Sie einen fast verblühten Trieb einer Edelsorte. Schneiden Sie diesen ab und entfernen Sie alle Blätter und Blüten. Ein Auge wird mit einem scharfen, flachen Schnitt vom Edelreis getrennt. Das Auge wird anschließend auf die Unterlage gesetzt. Dazu wird am Wurzelhals ein T-Schnitt ausgeführt. Die Rinde wird rechts und links vom Schnitt angelöst, aber nicht abgelöst. In diesen Schnitt wird das Auge der Edelrose eingesetzt. Achten Sie darauf, dass Sie das Auge richtig herum einsetzen. Die Veredelungsstelle wird mit einem Gummiband geschlossen. Schnellverschlüsse sollten Sie zwei Monate nach der Veredlung per Hand entfernen. Im nächsten Frühjahr sollte sich eine frische Knospe bilden. Sind die neuen Triebe etwa fünf bis zehn Zentimeter lang, werden die Triebe der Unterlage zurückgeschnitten. Auch Wildtriebe müssen Sie entfernen.
Tipp: Schützen Sie die Veredelungsstelle im Winter vor Frost.
Rosen vermehren wie ein Profi
Rosen vermehren macht Spaß und Sie können die schönsten Rosen ziehen. Wenn Sie sich als Rosenzüchter ausprobieren, sollten Sie ruhig die verschiedenen Methoden testen. Nach und nach werden Sie ein Händchen dafür bekommen und es geht immer leichter. Die Vermehrung von Rosen ist zwar etwas aufwendig, aber Sie können Rosen, die Ihnen gefallen und deren Sortennamen Sie nicht kennen, in Ihren Garten bringen.