Wenn Sie Jungpflanzen kaufen und die Pflanzen aus dem Topf lösen, werden Sie feststellen, dass sich die Wurzeln im Topf gedreht haben. Die Wurzeln sind im Kreis gewachsen und nicht nach unten, wie es die Natur vorgegeben hat. Das Phänomen besteht auch bei Zimmerpflanzen, wenn Sie diese lange nicht umgetopft haben. Dafür gibt es viele Gründe. Wichtig ist, dass Sie das Problem beseitigen, bevor die Wurzeln Schaden nehmen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Kleine Wurzelkunde – so funktionieren Wurzeln
Wurzeln haben zwei Aufgaben: sie müssen die Pflanze mit wichtigen Nährstoffen versorgen und diese in der Erde verankern. An natürlichen Standorten sind die Pflanzen samt Wurzeln angepasst. Die Wurzeln können sich entwickeln und die verschiedenen Wurzeltypen kommen ihrer Aufgabe nach. Die kräftigen Primärwurzeln und Seitenwurzeln sorgen für die Verankerung, die zarten Feinwurzeln übernehmen die Nährstoffversorgung. Dabei gehen sie auch noch eine Symbiose mit Pilzen ein. Sie unterstützen die Pflanzen dabei, Nährstoffverbindungen aus dem Erdreich aufzulösen und aufzunehmen.
Was in der Natur im großen Rahmen passiert, funktioniert auch im Topf. Allerdings sind die Umstände etwas erschwert. Sie müssen die Pflanzen deshalb aktiv unterstützen.
Ursachen für gedrehte Wurzeln im Blumentopf
Der sogenannte Drehwuchs oder Topfeffekt entsteht, wenn die Wurzeln keine Möglichkeiten zur Ausdehnung haben. Sie stoßen an die Topfwand und wachsen dann im Kreis. Das passiert immer dann, wenn der Topf zu klein ist oder Sie zu viel Zeit bis zum nächsten Umtopfen vergehen lassen.
An der harten Topfwand haben die Wurzeln keine andere Möglichkeit, als am Rand entlang zu wachsen. Die Wand vom Topf hindert die Wurzeln am geraden Wachstum. Sie wachsen deshalb spiralförmig am Rand entlang. Sie verdichten sich und sind auf der Suche nach Nährstoffen.
Falsche Topfformen fördern den Drehwuchs zusätzlich. Verwenden Sie also besser Töpfe mit Struktur, welche den Wurzeln Halt bieten.
Das sind die Folgen des Drehwuchs
Die Pflanzen werden durch die sich verdichtenden Wurzeln im Wachstum gehemmt. Sie bekommen zu wenig Sauerstoff. Der Wurzelballen verdichtet sich immer mehr und wird fest. Die Wurzeln können nur noch schwer Nährstoffe aufnehmen.
So können Sie das Problem lösen
Nehmen Sie die Pflanzen zeitnah aus dem Topf, klopfen Sie die alte Erde ab und lockern Sie den Wurzelballen vorsichtig mit den Händen. Achten Sie darauf, dass Sie die Wurzeln nicht verletzen.
Stark verfilzte Wurzelballen können Sie mit einem scharfen Messer aufschlitzen. Dazu schneiden Sie den Wurzelballen vertikal mit einem Messer zwei bis drei Mal ein. Schneiden Sie etwa ein bis zwei Zentimeter tief ein.
Eine weitere Möglichkeit ist, den Wurzelballen am Boden kreuzweise einzuritzen oder die Wurzeln auseinander zu ziehen.
Wurzeln, die beschädigt sind, sollten Sie gleich entfernen. Dazu sollten Sie eine scharfe Schere oder ein Messer verwenden. Reißen Sie die Wurzeln nicht einfach ab, dadurch entstehen nur noch mehr Schäden.
Topfen Sie die Pflanzen jetzt um
Wichtig ist, dass Sie den Pflanzen jetzt einen neuen Topf geben, der ein bis zwei Nummern größer ist. Verwenden Sie frische Erde. Das Wurzelwachstum wird so angeregt und die Wurzel können sich im neuen Substrat ausbreiten und entwickeln.
Achten Sie darauf, dass Sie Pflanzen im Topf regelmäßig umtopfen und mit ausreichend Nährstoffen versorgen.