Ob roh, gedünstet, gekocht oder gebraten, Lauch passt zu vielen Gerichten. Darunter Salate, Eintöpfe, Aufläufe, Suppen, Quiches und natürlich Gemüsepfannen. Verwandt ist Lauch, der auch Porree genannt wird, mit Knoblauch, Zwiebeln und Schalotten. Geschmacklich kommt er durchaus an Zwiebeln heran, ist aber weniger scharf und süßlicher. Der Anbau im Garten ist relativ unkompliziert und selbst in kleineren Beeten möglich, da er senkrecht wächst. Bei uns können Sie den zarten und schneller wachsenden Sommerlauch oder auch den Winterlauch anbauen, der robuster und kräftiger im Geschmack ist. Natürlich kann es beim Lauchanbau zu Problemen kommen – deswegen möchten wir hier gerne die am häufigsten gestellten Fragen beantworten.
Kann ich Lauch direkt ins Beet säen oder sollte ich ihn vorziehen?
Prinzipiell können Sie Lauch direkt ins Beet säen, allerdings ist das nicht ideal, denn es kommt dabei zu einer unregelmäßigen Keimung. Die Keimlinge sind zudem sehr empfindlich auf Wetterkapriolen und die Konkurrenz durch Unkraut ist recht groß. Bei Sommerlauch funktioniert die Direktsaat besser, wenn der Lauch früh gesät wird. Eine Vorzucht, insbesondere bei Winterlauch, wird empfohlen, denn über Keimbedingungen haben Sie so mehr Kontrolle, die Pflanzen sind beim Auspflanzen robuster und sie lassen sich besser im richtigen Abstand setzen.
Vorziehen können Sie Sommerlauch von Januar bis März, Winterlauch wird von März bis Juni vorgezogen. Die Samen kommen 1 bis 1,5 Zentimeter tief in die Erde, die Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 22 Grad. Zwar keimt Lauch bereits ab Temperaturen von 10 Grad, allerdings deutlich langsamer. Nach der Keimung sollten Sie die Jungpflanzen hell und kühl stellen, damit die Pflanzen nicht vergeilen. Ins Freiland umgesetzt wird Lauch dann, wenn er einen Durchmesser von ca. 0,5 Zentimetern erreicht hat – das dauert etwa 8 bis 10 Wochen.
Wo fühlt sich Lauch im Garten am wohlsten?
Lauch mag am liebsten sonnige bis halbschattige Standorte – wobei Sonne nicht nur das Wachstum fördert, sondern auch das Aroma. Zudem sollte es zwar luftig sein, aber nicht zugig. An Erde kommt Lauch am besten mit einem tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden zurecht. Er sollte außerdem gut durchlässig und nährstoffreich sein.
Um Lauch, der ein Starkzehrer ist, eine ideale Grundlage zu geben, sollten Sie im Herbst den Boden mit Kompost versorgen. Bei schweren Böden können Sie Sand beifügen. Auch Kalk kann im Herbst gegeben werden, allerdings nicht im Frühling!
Kommt Lauch mit anderen Gemüsesorten zurecht, was muss ich bei der Mischkultur beachten?
Lauch können Sie zusammen mit anderen Gemüsepflanzen anbauen, allerdings nicht mit jeder. Gute Nachbarn sind:
| Karotten | Karotten und Lauch schützen sich gegenseitig vor Schädlingen wie der Möhrenfliege und der Lauchminierfliege. |
| Sellerie | Beide Pflanzen haben unterschiedliche Nährstoffansprüche und bieten eine gute Bodenstruktur. |
| Salat | Salat ist ein Flachwurzler und hat eine kurze Kulturdauer, er kann zudem Zwischenräume sehr gut nutzen. |
| Tomaten | Tomaten wurzeln tief, kommen sich mit Lauch somit nicht in die Quere, zudem haben sie ähnliche Standortansprüche. |
| Erdbeeren | Nutzen den Boden anders und können daher mit Lauch gut kombiniert werden. |
| Kohlarten | Haben eine komplementäre Wurzelstruktur und sind keine Konkurrenz. |
Nicht geeignet sind folgende Nachbarn:
| Zwiebeln | Gehören der gleichen Pflanzenfamilie an, haben daher ähnliche Krankheiten und Schädlinge. |
| Knoblauch | Konkurrieren um Nährstoffe, gleiche Schädlingsanfälligkeit. |
| Schnittlauch | Kann von ähnlichen Krankheiten, beispielsweise Rost, befallen werden. |
| Bohnen/Erbsen | Mögen keinen starken Geruch, wodurch die Entwicklung gehemmt sein kann |
| Rote Bete | Verträgt sich schlecht mit Starkzehrern wie Lauch. |
Tipp: In Bezug auf die Fruchtfolge sollten Sie Lauch frühestens nach 3 Jahren wieder am selben Standort anpflanzen – dies gilt auch für andere Zwiebelgewächse.
Warum sollte ich Lauch regelmäßig anhäufeln?
Das Anhäufeln kennen die meisten von uns von Rosen – dies wird gemacht, um sie vor Austrocknung und im Winter vor Frost zu schützen. Aber auch Lauch sollte man regelmäßig anhäufeln. Und das aus guten Gründen!
- Der Hauptgrund für das Anhäufeln ist darin zu sehen, dass der Schaft vor Licht abgeschirmt wird und er somit zartweiß bleibt. Je höher Sie anhäufeln, umso länger wird der weiße Teil, der von vielen zum Kochen genutzt wird. Allerdings sind auch die grünen Teile des Lauchs verwendbar, wenn auch meist zwischen den Lagen mit Erde verschmutzt und nur schwer zu reinigen.
- Besonders bei großen Sorten oder an windigeren Standorten wird durch das Anhäufeln die Standfestigkeit verbessert. Da der Wurzelbereich durch die Erde geschützt wird, kann er nicht so schnell umfallen.
- Die Pflanze wird zudem zur Bildung eines kräftigen Schafts angeregt, da sich die Basis in dunkler, feuchter Erde gut entwickeln kann und nicht austrocknet.
- Ein dicker Erdwall ist bei Winterlauch ein guter Schutz vor Forst und großen Temperaturschwankungen.
Häufeln Sie etwa 3 bis 4 Wochen nach dem Auspflanzen an, dann ist der Lauch gut angewachsen. Alle 2 bis 3 Wochen sollten Sie dann etwas erde nachlegen. Verwenden Sie dafür nur lockere und unkrautfreie Erde.
Wie verhindere ich, dass Lauch schießt?
Wenn man vom „Schießen“ einer Pflanze spricht, dann meint man, dass diese vorzeitig Blüten bildet. Das kann bei Lauch ebenfalls passieren. Ist dies der Fall, bildet er einen harten, holzigen Schaft und wird dadurch minderwertig, wenn nicht sogar ungenießbar. Besonders davon betroffen sind Jungpflanzen, vor allem bei Sommerlauch.
Die Hauptursachen sind ein Kältereiz bei zu jungen Pflanzen (bei Temperaturen unter 10 Grad kann eine Blütenbildung ausgelöst werden), eine zu frühe Aussaat ohne Zusatzlicht und Wärme (besonders bei Sommerlauch) und ein zu frühes Auspflanzen oder schlechte Pflanzbedingungen wie Trockenheit.
Und so verhindern Sie das Schießen von Lauch:
- Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für Aussaat und Pflanzung. Säen Sie nicht zu früh aus und behalten Sie Jungpflanzen nicht zu lange im Haus.
- Vermeiden Sie einen Kältereiz. Jungpflanzen sollten daher erst nach dem letzten Frost nach draußen kommen. Zum Schutz vor dauerhaften Temperaturen unter 10 Grad sollten Sie ein Frühbeet, Vlies oder einen Folientunnel nutzen.
- Minimieren Sie Pflanzstress, indem Sie den Lauch beim Pflanzen gut wässern und auf einen nährstoffreichen Boden achten. Gießen Sie regelmäßig, es dürfen keine Trockenphasen entstehen.
- Pflanzen Sie blühresistente Sorten wie zum Beispiel „Hannibal“, „Blaugrüner Winter“ oder „Nebuka“.
Wann wird Sommer- bzw. Winterlauch geerntet und woran erkenne ich den richtigen Zeitpunkt?
Erntezeit und Reifezeichen von Sommerlauch:
- Sommerlauch kann von Juni bis August geerntet werden.
- Der Schaft hat einen Durchmesser von mindestens 2 bis 3 Zentimetern.
- Die Pflanze ist kräftig, aufrecht und ohne eine beginnende Blüte.
- Die Blätter sind kräftig grün und gesund.
- Der Schaft ist fest.
- Sommerlauch sollte eher zu früh als zu spät geerntet werden – er wird nicht gelagert, sondern frisch verbraucht.
Erntezeit und Reifezeichen von Winterlauch:
- Winterlauch kann von Oktober bis in den März geerntet werden (je nach Sorte).
- Der Schaft ist kräftig und ist meist dicker als Sommerlauch.
- Die Pflanze hat eine stabile, gedrungene Form.
- Die Blätter sind leicht blau-grünlich.
- Es ist kein Blütenansatz sichtbar.
- Winterlauch wird nach Bedarf und stückweise geerntet, am besten vor starkem Frost. Sind sehr tiefe Temperaturen zu erwarten, lieber vorher ernten oder mit Vlies bzw. Folie schützen.
Wie lagere ich Lauch am besten, damit er sich so lange wie möglich hält?
Wie schon erwähnt, ist Sommerlauch nur kurz lagerfähig und sollte nach der Ernte schnell verbraucht werden. Sie können in eingewickelt in ein feuchtes Tuch für rund 1 Woche im Gemüsefach aufbewahren. Nach dieser Zeit wird er weich. Lagern Sie Lauch nicht neben Äpfeln oder Bananen, da diese Ethylen verströmen und der Porree schneller welkt.
Winterlauch können Sie entweder erst dann ernten, wenn Sie ihn benötigen, alternativ lagern Sie ihn senkrecht stehend in feuchtem Sand für bis zu 8 Wochen an einem kühlen und frostfreien Ort.
Achtung: Vor der Lagerung den Lauch nicht waschen, da dies die Fäulnis beschleunigt. Legen Sie Lauch nicht in Plastiktüten ohne Luftlöcher, die fördert Schimmelbildung. Auch trockene und warme Räume sind tabu, dort wird Lauch schnell schlaff.
Tipp: Lauch lässt sich auch durch Einfrieren bis zu 1 Jahr lagern. Dazu sollten Sie den geputzten und geschnittenen Lauch kurz blanchieren und portionsweise in Gefrierbeutel oder Gefrierboxen verpacken.
Was hilft gegen die Lauchminierfliege?
Die Lauchminierfliege ist ein besonders lästiger Schädling, denn wenn man nicht frühzeitig gegensteuert, kann sie ganze Lauchkulturen unbrauchbar machen. Die kleinen, schwarz-grauen Fliegen sind ca. 3 Millimeter groß und legen ihre Eier im Frühling und im Herbst in den Blättern oder am Schaftansatz ab. Die Larven fressen sich dann durch das Blattgewebe und den Schaft. So erkennen Sie einen Befall:
- Im Blattgrün sind weiße bis bräunliche Gänge zu sehen.
- Die Blätter sind geknickt oder aufgeplatzt.
- Die Pflanzen werden gelb, welken und verkrüppeln.
- Am Schaft können Bohrlöcher ausgemacht werden, daran sind oft Kotspuren zu finden.
- Im Schaftinnern sind faulige Stellen nicht selten und können so durch Pilze oder Bakterien zusätzlich infiziert werden.
Bevor es zu einem Befall kommt, sollten Sie aktiv werden – folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:
- Kulturschutznetz spannen. Ein feines Gemüseschutznetz mit einer Maschengröße von maximal 0,8 Millimetern sollte direkt nach dem Auspflanzen angebracht werden. Sorgen Sie für einen dichten Abschluss auch auf der Erde. Dies verhindert, dass die Fliegen an den Lauch gelangen.
- Fruchtfolge und Anbaupause beachten. Pflanzen Sie Lauch oder andere Zwiebelpflanzen erst wieder nach frühestens 3 Jahren an derselben Stelle an und beachten Sie die oben genannten guten bzw. schlechten Nachbarn.
- Mischkultur mit Möhren. Der beste Begleiter für Lauch sind Karotten, da die Minierfliegen durch den Geruch verwirrt werden.
- Befallene Pflanzenreste entfernen. Entfernen Sie diese gründlich und kompostieren Sie sie nicht, um eine Ausbreitung zu vermeiden.
Wie kann ich Lauch vor Rost oder Fäulnis schützen?
Lauchrost und Fäulnis sind zwei der häufigsten Krankheiten beim Lauchanbau. So erkennen und beugen Sie die Krankheiten vor:
Lauchrost
Die Krankheit erkennen Sie an kleinen, orangebraunen Pusteln, die sogenannten Sporenlager, die auf den Blättern zu finden sind. Zu Beginn erscheinen sie auf den äußeren, älteren Blättern, später dann auch auf den anderen Pflanzteilen. Die Blätter welken oder vertrocknen.
- Beugen Sie mit einer guten Luftzirkulation vor, indem Sie die empfohlenen Pflanzabstände beachten. Sommerlauch sollte einen Abstand in der Reihe von 10 bis 15 Zentimetern und einen Reihenabstand von 25 bis 30 Zentimetern haben. Winterlauch pflanzen Sie in einem Abstand von 15 bis 20 Zentimetern zueinander und in der Reihe lassen Sie 30 bis 40 Zentimeter frei.
- Gießen Sie Lauch nicht über die Blätter, sondern nur bodennah. Achten Sie auf Spritzwasser!
- Halten Sie die Fruchtfolge ein.
- Wählen Sie widerstandsfähige Sorten wie „Bulgarischer Lauch“ oder „Blaugrüner Winter“.
- Stärken Sie die Pflanzen mit Gesteinsmehl, Schachtelhalmbrühe oder Brennnesseljauche.
- Entfernen Sie infiziertes Laub bei den ersten Anzeichen und werfen Sie dieses in den Hausmüll (nicht auf den Komost).
Fäulnis
Hierbei kann es sich um Basalfäule, Bakterien- oder Pilzinfektionen handeln. Am Schaft oder am Wurzelansatz bilden sich weiche, schleimige oder braune Stellen. Dies ist oft mit einem unangenehmen Geruch verbunden. Der Lauch welkt plötzlich und kippt schließlich um.
- Vermeiden Sie Staunässe! Auch wenn Lauch feuchten Boden liebt, sollte Wasser immer gut abfließen können.
- Setzen Sie nur gesunde und kräftige Jungpflanzen. Verletzte oder beschädigte Setzlinge aussortieren!
- Häufeln Sie gut an aber nicht zu hoch. Die Erde darf nicht in die Blattschneiden eindringen, da dies das Fäulnisrisiko erhöht.
- Achten Sie auf den richtigen Pflanzabstand.
- Kalken Sie den Boden vor dem Pflanzen nicht, denn das kann die Mikroflora stören und Fäulnis fördern.
Das Laub bekommt gelbe Blätter – woran liegt das?
Gelbe Blätter am Lauch können mehrere Gründe haben:
- Nährstoffmangel
- Die Blattspitzen oder die gesamten Blätter vergilben meist von unten nach oben.
- Die Pflanze bleibt klein und schwach.
- Hier ist vor allem ein Stickstoffmangel ursächlich, was häufig bei ausgelaugtem Boden oder unzureichender Düngung vorkommt.
- Helfen Sie mit einem organischen Dünger wie Kompost oder Brennnesseljauche nach.
- Wassermangel oder Staunässe
- Blätter vergilben unregelmäßig, oft welken sie auch.
- Die Pflanze wächst langsam oder das Wachstum stockt.
- Dies kann passieren, wenn bei Sommerlauch während Hitzeperioden zu wenig gegossen wird. Oder wenn sich bei einem schweren, schlecht durchlässigen Boden Staunässe bildet.
- Gießen Sie regelmäßig aber moderat, der Boden sollte gleichmäßig feucht sein und/oder verbessern Sie den Boden durch Auflockern, Mulchen oder dem Beimischen von Sand oder Kompost.
- Bodenmüdigkeit
- Es entstehen allgemeine Wachstumsstörungen, Schwäche und eine Gelbfärbung.
- Besonders auf Beeten, auf denen vorher Zwiebeln oder Lauch standen.
- Wechseln Sie den Standort und verbessern Sie den Boden mit Kompost. Testen Sie gegebenenfalls den pH-Wert. Der ideale Wert liegt zwischen 6,5 und 7,5, also im neutralen bis leicht alkalischen Bereich.
Weiterhin können die Lauchminierfliege oder auch Rost für eine Gelbfärbung verantwortlich sein. Die Symptome und die Maßnahmen haben wir in den beiden vorherigen Fragen ausführlich erläutert.