Ackerwinden sind zweifellos hartnäckige mehrjährige Unkräuter. Sie loszuwerden ist deutlich schwieriger als den Ackerschachtelhalm. Auch bekannt als Windling oder Feldwinde werden Sie, wie bei Giersch auch, eine langwierige Aufgabe bei der Bekämpfung haben. Gehen Sie nicht gegen die Ackerwinde vor, wird diese den anderen Blumen, Bäumen oder auch dem Gemüse Nährstoffe und Licht rauben. Daher sollten Sie rechtzeitig eingreifen, um der Ackerwinde den Garaus zu machen und Ihre anderen Pflanzen zu schützen. Wie Sie dabei vorgehen, möchten wir Ihnen in diesem ausführlichen Ratgeber zeigen.
Wissenswertes zur Ackerwinde
Die Ackerwinde (Convolvulus arvensis) ist eine Wildpflanze, die lange und rankende Triebe aufweist. Sie ist praktisch überall zu finden, wo sie ranken kann. Zudem breitet sie sich schnell und sehr effektiv aus und ihre Wurzelausläufer sind überall im Boden zu finden. Daher zählt die Ackerwinde auch zu den hartnäckigsten Unkräutern überhaupt, weshalb sie schnell und effektiv bekämpft werden muss. Der Vorteil der Pflanze und der Nachteil für uns ist, dass die Ackerwinde ein sehr breites Wuchsspektrum aufweist. Sie kann auf nahezu jedem Boden gedeihen und kommt mit trockenen wie auch feuchten Böden zurecht. Gleichzeitig ist es gleich, ob der Boden stickstoffreich oder stickstoffarm ist oder ob der Boden eher sauer oder alkalisch ist. Die Ackerwinde ist absolut flexibel und kann sich so mit ihrem stark verzweigtem Wurzelsystem sowie mit Samen sehr schnell ausbreiten.
Der ökologische Wert der Feldwinde
Auch, wenn die Ackerwinde ein Unkraut ist, hat sie einen hohen ökologischen Wert. Der Windenschwärmer, ein nachtaktiver Schmetterling, lebt von den Blättern der Ackerwinde. Ebenso der Kleinschmetterling Ackerwinden-Bunteulchen, kann nur mit der Ackerwinde leben. Doch auch zwei Arten der Spiralhornbienen benötigen die Feldwinde, da sie die Pollen an die Larven verfüttern. Gleichzeitig bietet die Pflanze für Wildbienen, Käfer oder auch Fliegen Nahrung und macht sie so zu einer wichtigen Pflanze für Insekten.
Wussten Sie…
dass die Ackerwinde auch eine Heilpflanze ist? Sie hat eine abführende Wirkung, soll die Galle stärken und Blutungen stillen. Zudem soll sie bei Insektenstichen und bei schlecht heilenden Wunden ein wichtiger Helfer sein. Doch Vorsicht, die Ackerwinde ist leicht giftig, weshalb nur geringe Mengen der Pflanze genutzt werden sollten. Zudem sollte bei der Nutzung immer ein Arzt zurate gezogen werden.
Ackerwinde als Unkraut im Garten
Die Feldwinde hat wohl einige Vorteile, die jedoch die Hobbygärtner:innen und Landwirt:innen nicht sehen. Denn diese Pflanzen breitet sich rasend schnell aus und die Bekämpfung kann durchaus zur Lebensaufgabe werden. Wie der Name schon sagt, rankt die Ackerwinde an allen benachbarten Pflanzen hoch und konkurriert mit diesen dann nicht nur um Licht und Wasser, sondern auch um die so wichtigen Nährstoffe. Einige Ranken der Feldwinde sind sogar so stark, dass sie die Nachbarpflanzen überwuchern und sich um sie winden. Gerade, wenn Sie aufwendig bepflanzte Beete Ihr Eigen nennen, kann der Windling echten Schaden anrichten.
Das große Problem bei der Bekämpfung ist dabei vor allem das Wurzelwerk. Dieses kann nämlich bis zu einem Meter tief in die Erde wachsen. Doch nicht nur das. Die Wildpflanze vermehrt sich nicht nur über Rhizome, sondern auch über Samen, was das Entfernen der Pflanze nochmals erschwert.
Die Ackerwinde ist ähnlich wie der Giersch und bildet verzweigte Rhizome, die im Jahr meterweise wachsen können. Darüber hinaus sprießen immer wieder neue Triebe aus den Rhizomen. Wie bereits erwähnt, gibt es auch zahlreiche Falter, die von der Pflanze leben und sie auch bestäuben. Die Vögel, der Wind wie auch Nutztiere tragen die Samen überdies noch in die Umgebung. Da aus nur einer Pflanze unter optimalen Umständen bis zu 500 Samen wachsen können, verbreitet sie sich auch recht schnell.
Ein weiteres Problem ist, dass die Samen bis zu 10 Jahre im Boden bleiben können, ohne dass sie keimen. Außerdem sind die Samen äußerst robust und können bei Temperaturen zwischen 5 und 30 °C keinem, was es ebenfalls schwer macht, die Pflanze zu bekämpfen.
Ran an die Feldwinde
Wenn auch Sie die Feldwinde aus dem Garten verbannen möchten, werden Sie sich einer großen Herausforderung stellen müssen. Denn nicht nur, dass sich die Ackerwinde schneller ausbreitet, wie Sie jäten und entfernen können. Die Unkrautpflanze hat ein sehr zähes Wurzelwerk, das Sie in den Griff bekommen müssen. Die Wurzeln reichen dabei sehr tief in die Erde und gleichzeitig bilden sie auch Rhizome. Daher hilft das Jäten im Grunde nichts, wenn Sie die Wurzeln nicht bekämpfen.
Hier müssen Sie regelmäßig schwächen, also immer wieder Austriebe entfernen, damit Sie die Ackerwinde effektiv verbannen können. Die Ackerwinde ist extrem anpassungsfähig, kommt sowohl mit feuchtem und verdichtetem, sowohl auch mit trockenen, lockeren Böden klar, reines Umgraben hilft also nicht viel.
Vorsicht beim Fräsen. Das mag zwar schneller gehen, hat aber den Nachteil, dass Sie die Rhizome in Stücke zerhacken und dann aus jedem Stück wieder eine neue Pflanze heranwachsen kann. Was heißt, dass Sie sich mit Fräsen sogar noch mehr Arbeit machen.
Eine weitere Möglichkeit, die einfacher und effektiver, aber langfristig ist, ist Unkrautvlies. Auch Pappe oder schwarze Folie können dabei helfen, dem Unkraut jede Lebensgrundlage zu nehmen. Nachteil dabei ist, dass die Rhizome lange brauchen, bis sie vollständig abgestorben sind. Mit ein bis zwei Jahren müssen Sie rechnen. Deshalb sollten Sie die Abdeckung mindestens 2 Jahre auf dem Beet belassen. Sie können sie mit Rindenmulch abdecken, damit es schöner aussieht. Oder auch problemlos Erde darüber geben, um die Plane nochmals zu beschweren, was ebenfalls hilft, dass die Wurzeln absterben, da das Wachstum der Pflanze unterdrückt wird.
Vergessen Sie die Chemiebombe
Natürlich werden Sie sich jetzt denken, wenn nichts hilft, kommt die Chemiebombe zum Einsatz. Weit gefehlt. Denn auch diese ist im Hausgarten nur eingeschränkt sinnvoll und erfordert eine sehr gezielte Anwendung. Zudem belasten Sie Ihren Boden und Kinder oder Haustiere haben das Nachsehen. Sicher ist es zulässig, dass Sie Herbizide nutzen. Das Problem dabei ist jedoch, dass Sie das Herbizid auf jedes einzelne Blatt auftragen müssten, um die Ackerwinde effektiv zu bekämpfen.
Ackerwinde vorbeugen – so geht’s!
Es geht nicht nur darum, die Ackerwinde zu bekämpfen, sondern auch dem Unkraut vorzubeugen. Und diese vorbeugenden Maßnahmen sind Pflicht, wenn Sie die Pflanze effektiv aus Ihrem Garten vertreiben möchten. Zum einen sollten Sie die Beete mit schwarzer Folie, die wasserdurchlässig ist oder Unkrautvlies und Erde oder Rindenmulch abdecken, damit die Wurzeln der Ackerwinde kein Licht mehr bekommen. Ihre Pflanzen hingegen bekommen genügend Licht, sodass sie wachsen und gedeihen können. Nach dem Verlegen der Folie schneiden Sie einfach Schlitze in die Folie, um Ihre Gemüsepflanzen oder Blumen und Stauden zu pflanzen.
Des Weiteren trägt eine regelmäßige Bodenpflege wie Jäten dazu bei. Insbesondere das regelmäßige Jäten oder das Lockern des Bodens sind wichtig, um der Ackerwinde auf den Leib zu rücken und sie effektiv aus dem Garten zu vertreiben. Denken Sie aber daran, dass Sie bei der Feldwinde schnell sein und bereits frühzeitig handeln müssen. Haben sich die Wurzeln erst ausgebreitet, wird es deutlich schwieriger, das Unkraut zu bekämpfen.
Fazit
Insbesondere bei der Neuanlage von Beeten sollten Sie wasserdurchlässige schwarze Folie oder Unkrautvlies nutzen, um es der Ackerwinde bereits zu Beginn schwer zu machen. Ist das Unkraut bereits vorhanden, müssen Sie sich der Herausforderung stellen, um es so schnell wie möglich zu bekämpfen. Salz und Essig sind verboten, Herbizide sind zwar erlaubt, schädigen aber den Boden und sind nicht umweltschonend. Zum einen müssen Sie regelmäßig jäten und zum anderen den Boden lockern und die Rhizome, die sich sehr schnell verbreiten, aus der Erde nehmen. Nur so können Sie effektiv gegen die Ackerwinde vorgehen.